Jülich: Ein Floß zur Stärkung der Persönlichkeit

Jülich: Ein Floß zur Stärkung der Persönlichkeit

Ein selbst gebautes „Blumenfloß” ist nunmehr als Schauobjekt im mit Wasser gefüllten Festungsgraben unweit des Hochseilklettergartens im Brückenkopf-Park verankert. Sechs junge Teilnehmer im Projekt „Enter” des Sozialwerks Dürener Christen haben es unlängst zu Wasser gelassen.

Um Platz für den Floßbau zu schaffen, musste im Vorfeld sogar ein Pavillon im Park abgebaut werden. Vier anstrengende Tage liegen hinter den jungen Leuten und den drei projektbegleitenden Studentinnen der Uni Köln aus dem Fachbereich Emotionale und Soziale Entwicklungsförderung: Sarah Hohn, Anna Adam und Alexandra Gurski. Zur Einführung in die Aktion dienten erlebnispädagogische Übungen zur Stärkung der Persönlichkeit und zur Bildung sozialer Kompetenzen.

Aus dem angrenzenden Wald wurde Holz gesammelt und mit Sägen, Äxten, Raspeln und Schleifgeräten bearbeitet und im Anschluss zusammengeknotet.

Soziale Ausgrenzung

Zu guter Letzt wurde „die Fahne gebaut und das Floß zu Wasser gelassen”, wie Gurski berichtete, die zu Beginn den Erfolg der Aktion bezweifelt hatte. Doch nun ist das Floß „stabil und schwimmt”. Aus TÜV-rechtlichen Gründen darf es jedoch keine Personen befördern, sondern bleibt ein reines Schauobjekt.

Das Enter-Projekt ist eine niederschwellige, sechs bis zehnmonatige Maßnahme, die das Sozialwerk im Auftrag und mit Finanzierung der Job-Com anbietet: Enter unterstützt Jugendliche und Erwachsene unter 25, „bestmöglich in Arbeit zu kommen”, wie es Jürgen Kalter vom Sozialwerk ausdrückte. Die jungen Menschen mussten vielfältige Erfahrungen mit Frustration und sozialer Ausgrenzung sammeln. Aufgrund vielfältiger Probleme sind sie öfter am Übergang von der Schule in den Beruf gescheitert. Bisherige Förderangebote haben sie wegen des verinnerlichten Negativbildes entweder nicht angenommen oder sind gescheitert.

Diesmal kann von Misserfolg keine Rede sein: „Die Gruppe hat tatkräftig angepackt. Wir sind stolz, Ihr habt einiges auf die Beine gestellt”, lautete das Lob von Sozialwerk-Mitarbeiterin Karina Umlauf. Eine Spende der Regionalen Initiative Dürener Zahnärzte ermöglichte das dritte Enter-Projekt, Höhepunkt in der Reihe: Aus ihrer zehnten Altgoldsammelaktion spendete die Initiative 10.000 Euro. Dr. Werner Zywzok übergab sogleich die nächste Spende: 5000 Euro aus der elften Sammelaktion. Der Brückenkopf-Park, seit zwei Jahren erfolgreicher Kooperationspartner des Sozialwerks und sehr erfreut über die Aktion, finanzierte das Pyramidengestell für das Blumenfloß und die Blumenkästen mitsamt Bepflanzung.

Über die „nach außen dargestellten Erfolgserlebnisse” zeigte sich Job-Com-Mitarbeiterin Britta Hourtz besonders erfreut.

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