E-Learning Plattform für Feuerwehr in Jülich hilft bei Ausbildung

Kooperationsvereinbarung unterzeichnet : Feuerwehrleute lernen digital

Die Freiwillige Feuerwehr läutet ein neues Zeitalter bei der Ausbildung ein. In Zukunft können angehende Feuerwehrleute online lernen und alle relevanten Informationen zu ihrer Ausbildung und zur Arbeit auf einer Internetplattform abrufen.

Dezernent Richard Schumacher hat stellvertretend für die Stadt Jülich jetzt eine Kooperationsvereinbarung mit Markus Wahn, dem Gründer von Feuerwehr e-Learning, unterzeichnet.

Erklärvideos zu unterschiedlichen Themen, Gesetzestexte, Dienstvorschriften, Ausbildungsunterlagen und Infos zum Sporteinstellungstest mit Übungen sind dann dort ebenso zu finden wie ein Kommunikationsbereich, auf dem sich die Feuerwehrleute austauschen können.

Die Ausbildung (nicht nur) bei der Freiwilligen Feuerwehr ist sehr zeitintensiv und anspruchsvoll. Regelmäßige Weiterbildungen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind Herausforderungen, die auf die ehrenamtlichen Helfer zukommen. Gründer Markus Wahn kennt die Hürden für die Feuerwehrleute.

Der Jülicher hat diese Herausforderungen während seiner beruflichen und ehrenamtlichen Ausbildung bei der Feuerwehr Jülich selbst erlebt. „Wir haben bereits 2017 überlegt, wie und wo man sich attraktiver und effizienter das nötige Fachwissen aneignen kann und haben dann erst einmal Videos gedreht und online gestellt“, erklärt Wahn die Anfänge. „Das kam sehr gut bei den Leuten an und es war eine große Resonanz da. Das macht natürlich stolz. Uns war klar, dass wir das weiter ausbauen wollen.“

Er gründete für die inhaltliche und technische Umsetzung der Plattform ein eigenes Unternehmen. Mitte Dezember soll die e-Learning-Seite online gehen. Der Zugang ist kostenfrei, es gibt hier aber auch zusätzlich die Möglichkeit, ein kostenpflichtiges Abo für den Zugang zu weiteren Inhalten abzuschließen.

Zunächst profitieren in erster Linie die Feuerwehrleute in Jülich von dem e-Learning, das theoretisch bundesweit genutzt werden könnte. Die Feuerwehr Jülich ist hierbei das Zentrum für die Videodrehs, bei denen beispielsweise die Autos, Werkzeuge oder Arbeitsabläufe vorgestellt werden. Für den Arbeitseinsatz kriegen sie einen kostenfreien Zugang. Der Unternehmer kann im Gegenzug die Plattform weiter ausbauen und für Feuerwehren in Deutschland attraktiver machen.

Wahn, dass die Arbeit und Einsatzbereitschaft der insgesamt rund 300 aktiven Feuerwehrleute in keinem Fall behindert werden darf und wird. Die Qualitätssicherung übernimmt ein fachkundiges Team, das regelmäßig die Inhalte auf Richtigkeit sowie die Einhaltung unter anderem der rechtlichen Bestimmungen überprüft.

Die Stadt Jülich freut sich über die Kooperation und die neue e-Learning-Plattform, die dem Nachwuchsmangel bei der Freiwilligen Feuerwehr entgegenwirken könnte. „Es ist eine tolle Gelegenheit das Ehrenamt zu unterstützen und auch attraktiver zu machen. Jeder Mensch lernt in einem anderen Tagesrhythmus. Genau das wird mit dem e-Learning gefördert“, sagt Dezernent Richard Schumacher.