Dürener Powervolleys im Sportunterricht des Gymnasiums Zitadelle

Im Unterricht wird kräftig gebaggert : Powervolleys im Sportunterricht des Gymnasiums Zitadelle zu Gast

Normalerweise regiert Tischtennis in der Sporthalle Nord an der Berliner Straße. Hier spielt der Bundesligist TTC Indeland Jülich, hier trainiert der Nachwuchs von Jülichs Tischtennis-Cracks, hier gibt es Tischtennis-Schulkurse. Großen Besuch aus einer anderen Sportart gab es am Freitag. Dürens Bundesliga-Volleyballer von den SWD Powervolleys haben mit 90 Zitadellen-Schülern trainiert.

Groß war vor allem ein Besucher, Lukas Maase, Jüngster im Dürener Team mit 20 Jahren und körperlich der Größte. „Ich werde das oft gefragt. Auch heute“, sagte Maase und sprach über seine Größe. „2,12 Meter“, sagte er dann und blickte anschließend in staunende Gesichter. Gestaunt haben auch viele der 90 Zitadellen-Schüler, als sie des riesigen Besuchs ansichtig wurden. Maase und seine Mitspieler Tomáš Kocian und Irvan Brar waren nach Jülich gekommen, um das Projekt „Allianz macht Schule“ zu unterstützen. Projekt-Koordinator Jaromir Zachrich, bis zum Frühjahr viele Jahre der Kapitän in Düren und heute im Profi-Ruhestand, hat schon mehrere Schulen im Jülicher Land besucht, um Volleyball zu unterrichten.

Eine so große Gruppe wie die rund 90 Schüler von der Zitadelle hat er bisher aber noch nie betreut. Und deswegen hatte er sich Hilfe mitgebracht. „Jaromir war schon mal bei uns und hat Unterricht in den fünften Klassen gemacht“, berichtete Sportlehrerin Linda Königsmann, die die außergewöhnliche Sportstunde seitens des Gymnasiums koordiniert hatte. „Das passt ganz gut, denn Volleyball steht in der neunten Klasse erstmals auf dem Sport-Lehrplan“, sagte sie. Ein Teil der Schüler hatte bisher eine Stunde Volleyball, ein Teil ein paar mehr und ein weiterer Teil hatte bisher keine Berührung mit der komplexen Rückschlagsportart.

Große Hilfe: Lukas Maase (2,12 Meter) erklärt, worauf es beim Baggern ankommt. Foto: Guido Jansen

Ein bisschen Vorerfahrung haben Paul Kau, Janis Riewe und Marvin Röhrig (alle 14 Jahre) mitgebracht in den Unterricht mit den Profis. „Jetzt haben wir gelernt, wie man den Ball etwas präziser spielt, damit der nicht mehrere Meter weit weggeht“, schilderten sie das, was sie mitnehmen. Der Schmerz an den Unterarmen war da schon wieder abgeklungen, der aufkommt, wenn Volleyball-Neulinge die Spieltechnik des Baggerns üben. „Das zieht ein bisschen, ist aber nicht so tragisch“, sagten die drei Zitadellen-Schüler. Spaß hatten sie – so sagen sie auf jeden Fall, weil „das eine interessante Abwechslung zum normalen Sportunterricht war“.

Jaromir Zachrich, Koordinator des Projekts „Allianz macht Schule“, erklärt Grundregeln des Volleyballs. Foto: Guido Jansen

Aus Sicht der Dürener Profis haben sich die Jülicher Schüler gut geschlagen. Der Kanadier Irvan Brar hatte die Unterrichtseinheit Baggern übernommen, an drei anderen Stationen gab es die Themen Aufschlag, Schmettern und Pritschen.

„Wenn ihr so weiter macht, dann schafft ihr es irgendwann in die Bundesliga“, rief Brar den Schülern zu. Nach dem Ende der 90 Minuten Volleyball kehrte wieder Normalität ein in die Sporthalle Nord. Die Tischtennis-AG stand auf dem Plan, betreut vom TTC Indeland Jülich.

(jan)