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Jülich: Dreigestirn aus Stein soll Stadthalle retten

Jülich : Dreigestirn aus Stein soll Stadthalle retten

Ein steinernes Dreigestirn soll an der Düsseldorfer Straße in Jülich mehrere dringende Probleme der Herzogstadt auf einen Schlag lösen.

Die Jülicher Rurbau GmbH will nämlich nicht nur die Stadthalle erhalten, sondern zur „Kulturhalle” ausbauen und um gediegene Übernachtungsmöglichkeiten rechts wie links erweitern.

Das Unternehmen als privatwirtschaftlicher Arm der Wohnungsbaugenossenschaft (Woge) und die Architektengruppe Aldinger aus Stuttgart präsentierten dem Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss vor großem Publikum ihr Vorhaben, das aussieht wie ein auf dem Boden liegendes „E”.

Der untere der drei Schenkel soll direkt an die jetzt freie und eher hässliche Seite der Stadthalle angesetzt werden. Er ist als Hotel mit 50 Zimmern vorgesehen. Die beiden anderen Schenkel befänden sich auf dem Grundstück des Schirmerschulen-Altbaus und dienten als Gästehaus fürs Forschungszentrum. Parallel zur Straße läge ein langer Flachbau, der alle Bauten verbindet und den Blick Richtung Zitadelle freilässt.

Die Stadthalle in ihrer Substanz und Raumaufteilung bliebe erhalten. Sie könnte wie bisher rund 60 mal im Jahr von Vereinen und Privatleuten genutzt werden und würde einen Gastronomiebereich enthalten, der auch Hotel und Gästehaus versorgt. Rurbau-Geschäftsführer Reinhard Steiner zeigt sich ehrgeizig: Er sprach vom „kulturellen Leuchtturm”, den die Halle nach einer Grundsanierung bieten könne.

Geplant sei es, mit Hilfe von Agenturen neue Veranstaltungsformate zu entwickeln und bekannte Künstler nach Jülich zu holen. Gleichzeitig stünde der große Saal weiter den Vereinen zur Verfügung, die vehement gegen einen drohenden Abriss der Stadthalle gekämpft hatten.

Einen Haken hat die Sanierung, wie Architekt Jörg Aldinger auf Nachfrage von Winfried Cremerius (FDP) einräumte: Der alte Bau verliert bei Sanierung und Anbau seinen Bestandsschutz und müsste nach neuesten gesetzlichen Vorgaben konzipiert sein (zum Beispiel Brandschutz). Das könnte zur Folge haben, dass am Ende nicht wie bisher gut 480 Sitzplätze bei Möblierung oder gut 1000 Menschen stehend unterzubringen sind. Inwieweit sich die Maßgaben auswirken, zeigt sich aber erst bei konkreter Planung.