Jülich: Drei Jülicher Schulen planen Austausch mit Taicang in China

Jülich : Drei Jülicher Schulen planen Austausch mit Taicang in China

Der Besuch liegt etwa drei Monate zurück, doch die Eindrücke sind noch frisch. Eine sechsköpfige Delegation aus Jülich hat bei einem Besuch in der Partnerstadt Taicang im Osten Chinas, knapp 50 Kilometer von Shanghai entfernt, die Vorbereitungen für einen Schüleraustausch ab 2019 getroffen.

Vertreter des Gymnasiums Zitadelle, das Mädchengymnasiums und des Berufskollegs Jülich unterzeichneten Absichtserklärungen, sogenannte „Letter of Intents“. Diese Papiere wurden auf Wunsch der chinesischen Seite erstellt und letztlich feierlich besiegelt, berichtet die Jülicher Dezernentin Doris Vogel.

Dezernentin Doris Vogel informiert über den Schüleraustausch mit Taicang in China ab 2019. Foto: Uerlings

Sie wurde im Mai vom Leiter des Schul- und Sportamtes, Gert Marx, Susanne Kremling (Mädchengymnasium), Dirk Neumann (Gymnasium Zitadelle) sowie Heike Schwarzbauer und Marcell Söns (Berufskolleg Jülich) begleitet. Die Besonderheit Taicangs macht der Ruf als „deutsche Musterstadt in China“ deutlich, der sich dadurch begründet, dass im „German Industrial Park“ etwa 300 deutsche Firmen angesiedelt sind. Auch das Jülicher Unternehmen Mondi (Koslar) unterhält dort eine Niederlassung. Taicang gilt für chinesische Verhältnisse als „Mittelzentrum“ — mit 950.000 Einwohnern.

Susanne Kremling (Mitte rechts) unterschreibt für das Mädchengymnasium als eine von drei Jülicher Bildungseinrichtungen eine Absichtserklärung. Foto: Neumann, Marx, Stadt Jülich

Die Eindrücke der Delegation waren hervorragend: Das dreitägige Programm war eng getaktet und bestens organisiert. Und die Stadt mit ihrem alten und hochmodernen Teil sei voller „faszinierender Gegensätze“, wie man sie wohl nur in China findet, sagte Doris Vogel im Redaktionsgespräch. Sie hatte jüngst auch den Jülicher Schulausschuss umfassend unterrichtet.

Das alte Taicang ist kaum noch vergleichbar mit dem Neuen. Foto: Neumann, Marx, Stadt Jülich

Der Schüler- und Auszubildendenaustausch soll ein erster Schritt sein, dem ein wirtschaftlicher und kultureller folgen könnte. Das Gymnasium Zitadelle will den Austausch mit dem städtischen Gymnasium Taicang (1800 Schüler-innen) betreiben. Die Teilnehmer sollen auf beiden Seiten in Gastfamilien unterkommen. Denkbar wäre, dass die Jülicher Teilnehmer zwei Wochen vor den Oster- oder nach den Herbstferien reisen, erstmals vielleicht schon nach den Herbstferien 2019.

Im neuen Taicang bestimmen große Gebäude mit viel LED das Stadtbild. Foto: Neumann, Marx, Stadt Jülich

Beim Mädchengymnasium, das mit dem Gymnasium Mingde (2000 Schüler-innen) kooperiert, ist eine Woche in der Schulzeit und eine anschließende Woche in den Ferien (Ostern oder Herbst) geplant. Drei Wochen Austausch möchte das Berufskolleg Jülich, das mit der Berufsschule Taicang verbunden ist, sowohl für junge Männer und Frauen im Beruflichen Gymnasium, in der dualen Ausbildung und in den dualen Studiengängen auf die Beine stellen.

Die Stadtverwaltung prüft laut Doris Vogel nun Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten einer über den Schüleraustausch hinausgehenden Partnerschaft mit Taicang.

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