Jülich: Donnernder Applaus für Kammerchor „Currende“

Jülich: Donnernder Applaus für Kammerchor „Currende“

„Kontraste“ war das zweite Konzert des Jülicher Kammerchors „Currende“ anlässlich seines Silberjubiläums überschrieben. Enthielt das erste Jubiläumskonzert im November weltliche „Sahnestücke“, standen diesmal geistliche Inhalte im Konzertprogramm, das unlängst in der Propsteikirche zur Aufführung kam.

Dabei wurden jeweils zwei Werke gleichen Textinhalts aus verschiedenen Zeit- und Stilepochen auf gewohnt hohem gesanglichen Niveau zu Gehör gebracht. Auf jeweils zwei Liedpaare folgte ein Orgelsolo von Kantor Christof Rück als Intermezzo: „Herzlich tut mich verlangen“ von Brahms und „Allein Gott in der Höh‘“ von Bach.

Dirigent Ernst Matthias Simons betonte in seiner Begrüßung, die paarweise Anordnung der Werke sei natürlich Geschmacksache, und forderte das Publikum auf, sich selbst ein Urteil zu bilden.

Würdevoll schritten die Currende-Chormitglieder ein, Männer oberhalb, Frauen unterhalb der Altarstufen. Im Chorraum trafen sie zusammen und sangen dort den ersten Teil des Konzerts, das mit dem „Vater unser“ begann. Zunächst aus der Feder des frühbarocken Komponisten Heinrich Schütz, dann als moderne Kirchenmusik von Wolfgang Klockewitz.

Zweites Stück war die marianische Antiphon „Salve Regina“, einmal aus der Feder des italienischen Komponisten der Spätrenaissance, Francesco Soriano, das zweite Mal von Francis Poulenc, französischer Pianist und Komponist aus dem 20. Jahrhundert.

Im Anschluss wechselte der Chor auf die Orgelempore und vor den letzten beiden Liedpaaren wieder zurück in den Chorraum.

Das wohl unterschiedlichste Werkpaar waren Psalm 150 mit seinen sechs kurzen Lobespsalmen nach ostkirchlicher Formel als harmonischer A cappella-Gesang in deutscher Sprache, und die lange, kraftvolle Komposition „Te Deum op 57“ des belgischen Komponisten Flor Peeters in lateinischer Sprache mit Orgelbegleitung.

Große Unterschiede zeigten sich auch beim Benedictus-Kanon in Latein aus 1856 des großen Klassikers Johannes Brahms mit leiser Orgelbegleitung und „A Clare Benediction“ in Englisch des populären Komponisten John Rutter mit Orgelbegleitung. Letztere ist eine besinnliche und empfindsame Hymne für höhere Stimmen, dem Clare College in Cambridge gewidmet.

Es folgte die Kirchenkantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Bach und von Helmut Ritter im Sechsvierteltakt. Die Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ stand als nächstes im Programm, einmal von Heinrich Schütz, der eingängige Melodien mit einem überwiegend homophonen Chorstil verbindet, und von Rolf Schweitzer als Kehrvers in Kombination mit dem lateinischen Psalmtext.

Das letzte Liedpaar befasste sich mit dem Thema Tod und Auferstehung: Das „Angelus autem Domino“ des italienischen Komponisten Felice Anerio und die sinngleiche Motette „Sucht den Lebendigen nicht bei den Toten“ von Hans Georg Bertram , die sich „trotzig gegen die Endgültigkeit auflehnt“, wie Simons es ausdrückte. Nach jedem Stück und vor allem zum Konzertende wurden Interpreten, Dirigent und Organist der verdiente, donnernde Applaus zuteil.

(ptj)