Dokumentierte Verlauf der Denkmalerhaltung

Ausstellung in der Sparkasse : Kamera auf die Deutschordens-Kommende Siersdorf

„Die Deutschordens-Kommende Siersdorf im Fokus“ heißt die aktuelle Ausstellung in der Sparkasse Düren, ihr Untertitel „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines bedeutenden Kulturdenkmals im Kreis Düren“. Die Schau ist als Wanderausstellung geplant, das nächste Ziel in der Region ist indes noch nicht bekannt.

Hauptinitiator war Guido von Büren, seit 2004 Vorsitzender des Fördervereins „Kommende Siersdorf“, der wiederum seit 2012 Eigentümer des Herrenhauses der ehemaligen Deutschordens-Kommende ist.

Die Ausstellung zeigt neben einem Modell der Kommende zwölf großformatige und detailreiche Fotografien von Piet Siebigs, der durch seine Tätigkeit als Aachener Domfotograf in den Jahren 1991 bis 2004 bekannt wurde. Er ist Preisträger beim Wettbewerb „Economy meets art“ vom Amt für Kultur und empirischer Forschung der Städteregion Aachen.

Die langzeitbelichteten Aufnahmen bieten „tolle, ungewöhnliche Einblicke in das Gebäude und seine unverwechselbare Atmosphäre und kitzeln die letzten Details heraus“, wie die Redner zusammengefasst betonten. Ferner dokumentieren die Bilder nicht mehr existierende Umstände wie inzwischen zurückgebaute Sicherungsverstrebungen durch den Bergbautreibenden im Keller der Kommende.

Die Begrüßung übernahm Hausherr Udo Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Düren. Die meisten der zahlreichen Gäste der Vernissage stammen entweder aus Siersdorf oder stehen in Bezug zur lokalen Historie.

Für die Sparkasse sei es „unheimlich wichtig, solche gemeinnützigen Vereine (wie den Förderverein) zu unterstützen und gute Partner zu sein“, betonte Zimmermann.

Die Ausstellung diene sozusagen als „Vorpremierenveranstaltung“ zur 800-Jahr-Feier der Schenkung des Jülicher Grafen Wilhelm III an den Deutschen Ritterorden im kommenden Jahr.

„Atmen Sie mal den Staub ein und damit die Vergangenheit“, gab sich der Aldenhovener Bürgermeister Ralf Claßen mit Blick auf den spektakulären Bau aus dem 16. Jahrhundert fast poetisch. Er zeigte sich „sehr stolz auf diese Ausstellung“, deren Planung gemeinsam mit Guido von Büren in seinem Büro begonnen hatte. Durch die immens große Eigenleistung des Fördervereins erwache die „efeubewachsene Ruine aus ihrem Dornröschenschlaf“.

Den größten Part in die Einführung der Ausstellung übernahm Guido von Büren. Wichtig ist zunächst, dass der Förderverein als „armer Träger“ mit Bundes- und Landesmitteln Maßnahmen zum Substanzerhalt des „national wertvollen Kulturdenkmals“ betreibt, unterstützt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der NRW Stiftung „Natur, Heimat, Kultur“ sowie privater Spender. Trotz der 90-prozentigen Bezuschussung muss er einen „erheblichen Eigenanteil als Eigenleistung aufbringen“, will heißen: „Das Team schuftet regelmäßig in der Kommende“, inklusive seines Vorsitzenden.

Betreut wird der Förderverein dabei vom versierten Architekten Dipl.-Ing. Ekkehard Kandler und hat einen Bauunternehmer und einen Statiker „mit an Bord“.

Weil es sich um bestandssichernde Maßnahmen, nicht um Rekonstruktionen handelt, sei „vieles für Außenstehende nicht im Detail zu sehen“. Hier halfen Vorher/Nachher-Aufnahmen auf Leinwand.

Zu den erfolgten Arbeiten zählten unter anderem Entgrünungsmaßnahmen – inklusive der Entfernung eines Baumes, der seitlich aus dem Mauerwerk wuchs – die ehrenamtliche Freiräumung des Grabens oder die statische Ertüchtigung von Decken und Wänden im Gebäude. Die Kommende befindet sich „nicht in der Nutzung, was bei der Präsentation des Objektes eine erhebliche Rolle spielen wird“.

Zum Jubiläum 2019 ist ein Bildband mit Fotos aus der Ausstellung geplant, der Siersdorfer Weihnachtsmarkt in der Kommende findet am 8./9. Dezember statt.

Die Ausstellung ist bis zum 23. November zu den Öffnungszeiten der Sparkasse zu sehen: Montags und donnerstags von 9 bis 18 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 9 bis 16 Uhr. Weitere Informationen über die Kommende, auch aus geschichtlicher und bau- und kunsthistorischer Sicht, bietet die Internetseite www.kommende-siersdorf.de.

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