Dioxinbelastung am Inde-Ufer nun auch auf Jülicher Stadtgebiet festgestellt

Weitere Bodenproben : Dioxinbelastung nun auch auf Jülicher Stadtgebiet festgestellt

Das Umweltamt des Kreises Düren ist bei seiner weiteren Suche nach Dioxinbelastungen im ehemaligen Überschwemmungsbereich der Inde nun auch bei Kirchberg  – also auf Jülicher Stadtgebiet – fündig geworden.

Die positiven Bodenproben waren auf vier Grünflächen zwischen dem Tagebaurand Inden und der Inde-Mündung in die Rur gezogen worden, wie der Kreis Düren mitteilt. Betroffen sind Anwohner auf rund 20 Grundstücken der Uferstraße, die sich in dem Bereich befinden, in dem der Fluss in der Vergangenheit sein Bett verließ.

Die Dioxinkonzentration der jüngsten Proben entspreche der, die auch bei Frenz und Lamersdorf auf Indener Gemeindegebiet entnommen worden seien. Das Umweltamt wird nun weitere mögliche Belastungsflächen beproben. Eine akute Gesundheitsgefährdung besteht nicht, heißt es in der Mitteilung des Kreises Düren weiter.

Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Kreises Düren habe die Grundstückseigentümer über das Analyseergebnis informiert und ihnen Verhaltensregeln mitgeteilt. Eine wichtige laute, dass Eltern Kinder nicht auf offenen Bodenflächen spielen lassen sollten. Weitere Hinweise von Dr. Norbert Schnitzler, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, betreffen den Anbau von Gemüse im Garten.

Die Maßnahmen zur Gewährleistung der Futtermittel- und Lebensmittelsicherheit aus dem belasteten Gebiet bei Frenz und Lamersdorf würden auch im Gebiet bei Kirchberg umgesetzt, informiert die Kreisverwaltung weiter. Auf Nachfrage sagte Michael Cremer, zuständig für Bodenschutz und Altlasten in der Bodenschutzbehörde: „Wir werden alle landwirtschaftlichen Flächen, die im ehemaligen Überschwemmungsgebiet liegen, auf Wunsch des Veterinäramtes beproben. Das sind etwa 20.“

Ergebnisse am Jahresende

Belastbare Ergebnisse für die privaten Hausbesitzer erwartet das Kreisumweltamt etwa am Jahresende. Derzeit läuft die Probenentnahme in den Hausgärten in der Gemeinde Inden, wie Michael Cremer informierte. „Die Gärten in Kirchberg könnten wir jetzt auch dazu nehmen. Dann müssten wir einen guten Überblick bis zum Jahresende bekommen“, hofft er. Dann entscheidet sich, ob es deutliche Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte für Dioxine und Schwermetalle gibt. Abhängig davon kann dann über Maßnahmen nachgedacht werden.

Die Behörden beim Kreis Düren nehmen bis zur nächsten Vegetationsphase, also etwa bis Ende März, auch Bodenproben am Ufer der Rur. „Wir wollen sehen, ob die Problematik dort auch besteht“, erklärte Michael Cremer im Gespräch mit der Redaktion. Das soll stichprobenartig an den Uferflächen bei Jülich-Broich und Linnich-Rurdorf geschehen.

Schwierige Verursachersuche

Hier wird es mutmaßlich noch deutlich schwieriger, Verursacher zu bestimmen, sofern denn überhöhte Werte ermittelt werden. Denn die Rur hat natürlich auch Wässer aus der Industrie zum Beispiel in Düren und Jülich im Laufe vieler Jahrzehnte aufgenommen. Aber es wird sich zeigen, ob das auch mess- und feststellbar ist.

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