1. Lokales
  2. Jülich

Barmen: „Dienstleistungswüste” in Barmen beenden

Barmen : „Dienstleistungswüste” in Barmen beenden

Die Ortschaft Barmen will mit allen Kräften die Mitte neu beleben. Wo vor wenigen Jahren noch Bäcker, Metzger, Lebensmittelhandel, Bank und Post in Fußweite zu erreichen waren, herrscht inzwischen die pure Dienstleistungswüste.

Eine Entwicklung, wie sie in vielen Dörfern mehr oder weniger deutlich abläuft. Doch der zu Anfang dieses Jahres gegründete Verein „Dorv” geht dagegen an und plant die Eröffnung eines kleinen Einkaufs- und Dienstleistungszentrums.

Jetzt ist man dem Ziel ein gutes Stück näher gekommen. Dies machten die Initiatoren in der alten Barmener Schule anlässlich einer Arbeitstagung mit Bürgern und Behördenvertretern deutlich.

Geschäftsführer Norbert Schommer und Vorsitzender Heinz Frey haben einige Beispiele für bestehende Selbsthilfeeinrichtungen in Norddeutschland besucht. Dass es dort funktioniert, wenn die Einwohner mehrheitlich mitziehen, hat sie sehr ermutigt.

„Jetzt werden aber nicht einfach ein paar Gemüseregale in das leerstehende Sparkassengebäude gestellt”, so Schommer, „sondern erst mal sind organisatorische Vorarbeiten zu leisten.” Dafür hat man mit dem Planungsteam „Komm-In G.m.b.H.” aus Baden-Württemberg ein Beratungsunternehmen gefunden, das bereits mehrere solcher Zentren in vorher verödeten Dörfern errichtet hat.

Teamchef Michael Gutjahr und seine Mitarbeiter konnten bei einer Reihe von möglichen Anbietern aus dem Jülich-Dürener Raum Interesse wecken. „Wer weiß, vielleicht ist in Barmen eines Tages sogar die Zulassung für Ihr neues Auto zu erledigen”, hofft Gutjahr. „Dabei nutzen wir das Internet und alle modernen Techniken. So kann eine Person zu unterschiedlichen Dienstleistungen befähigt werden.”

Heinz Frey verzeichnet als besonderen Erfolg, dass es gelungen ist, für die Ziele des Vereins finanzielle und fachliche Unterstützung beim Amt für Agrarordnung Euskirchen zu erhalten.

„Wir beurteilen dieses Projekt als unbedingt zukunftsfähig”, bestätigt der dortige Amtsleiter Heribert Hundenborn. „Wenn die Barmener Genossenschaft funktioniert, werden sich auch andere Orte mit ähnlichen Strukturschwächen von diesem Beispiel animieren lassen.”

Über die endgültige Betreiberstruktur und Trägerschaft werden im Januar erste Entscheidungen fallen.