1. Lokales
  2. Jülich

Jülich: Die „Werkstatt” bleibt in Jülich

Jülich : Die „Werkstatt” bleibt in Jülich

Das Systeminstandsetzungszentrum 800 in Jülich wird nicht geschlossen. „Wir sind nicht auf der Streichliste”, bestätigte am Dienstagmittag Oberstleutnant Matthias Steves als Leiter des Werkes, nachdem auch er die Streichliste aus Berlin erhalten hatte.

Bereits vor der offiziellen Veröffentlichung - um 14 Uhr trat Verteidigungsminister Peter Struck, der Generalinspekteur der Bundeswehr sowie die Inspekteure der Teilstreitkräfte in Berlin vor die Bundespressekonferenz - war den Jülichern signalisiert worden, dass keinerlei Streichungen vorgenommen würden.

„Natürlich macht man sich im Vorfeld so seine Gedanken; man weiß ja nie, welche Neuerungen und richtungsweisenden Entscheidungen in einem Ministerium angedacht werden”, so Steves, dem man bei seinem Dienstantritt - im September 2003 übernahm er das Kommando von Klaus Brehmke - Planungssicherheit für die nächsten Jahre gegeben hatte.

„Als Soldat sehe ich den eingeleiteten Strukturwandel positiv. Dies ist zu begrüßen”, kann Steves aber diejenigen verstehen, die dies anderes bewerten. Zum Beispiel die Soldaten und Zivilangestellten der Standortverwaltung Düren beziehungsweise des Munitionslagers in Gürzenich.

Von dort erwartet Jülich, so der Leiter, schon in den nächsten Tagen Bewerbungsschreiben. Denn Fakt sei, dass es beim SIZ 800 im Bereich der Meisterstellen vier unbesetzte Dienstposten gibt. „Im Angestelltenbereich können wir noch fünf, bei den Arbeitern noch acht Stellen besetzen”, so Steves, dessen Werk als einziges der insgesamt vier Instandsetzungsstandorten in Deutschland noch keine Kooperation mit der freien Wirtschaft von oben „verordnet” hat.

Meldungen aus Berlin, in Jülich würden 50 von 450 Stellen im SIZ gestrichen, wurden seitens der Werksleitung relativiert. „So viele besetzte Stellen gibt es bei uns gar nicht. Wir liegen knapp über 400”, so Steves, der davon ausgeht, dass diese Zahlen dem bereits eingeleiteten Umgliederungsprozess zugrunde liegen.

Der Dürener Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan (SPD) betonte mit Blick auf den Wegfall der beiden Dürener Dienststellen, von der seiner Meinung nach 250 Dienstposten betroffen sind, dass es keine Entlassungen geben werde. „Man muss sich jetzt dafür einsetzen, dass die Schließung für die Betroffenen im einem sozialverträglichen Rahmen vonstatten geht.”

Was das SIZ 800 angeht, so sieht Nietan die dortige Entwicklung mehr als positiv. „Die Bundeswehr wird auch in den kommenden Jahren unter einer chronischen Finanzknappheit leiden. Ich kann mir vorstellen, dass vor diesem Hintergrund Fahrzeuge einmal öfter als bisher instand gesetzt oder repariert werden. Dies muss man auf Jülich bezogen äußerst positiv sehen.”

Die Umstrukturierung der Bundeswehr soll bis zum Jahre 2010 beendet sein. In den nächsten Monaten werden die logistischen Umsetzungen erfolgen, wobei, so ein Pressesprecher in Berlin, Sozialverträglichkeit gegeben ist. Mit Beginn der Pressekonferenz wurden denn auch die Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr über die Entscheidungen von BM Struck informiert. Soweit sie nicht schon vorher Kenntnis von ihren Kommandeuren erhalten hatten.

Ob es im Zuge der Strukturmaßnahmen möglicherweise Änderungen beim hiesigen Kreiswehrersatzamt geben wird, darüber war sowohl in Berlin, als auch bei der Wehrbereichsverwaltung Düsseldorf nichts in Erfahrung zu bringen.