Linnich: Die Werbegemeinschaft Linnich tritt aus Frust kürzer

Linnich: Die Werbegemeinschaft Linnich tritt aus Frust kürzer

Der Gau ist noch einmal abgewendet. Die Werbegemeinschaft Linnich hat ihre Führung nicht verloren. Genau danach sah es noch bis Anfang der Woche aus. „Ich habe der Werbegemeinschaft Freitag vor 14 Tagen mitgeteilt, dass ich zurücktrete“, schilderte Rudi Venrath, Vorsitzender der Vereinigung der Kaufmannschaft in dem Städtchen an der Rur.

Und mit ihm wollten schon andere Vorstandsmitglieder das Handtuch werfen aus Frust. Die vergangenen Monate hätten mit gestreuten falschen Informationen, Diskreditierung, „Rufmord“ und einem anonymen Brief das Maß des Erträglichen ausgereizt.

In besagtem anonymen Brief wird die Werbegemeinschaft aufgefordert, ihre Veranstaltung „Budenzauber“ auf dem Kirchplatz, ursprünglich geplant vom 2. bis 10. Dezember, auf das Andreasmarktwochenende zu verkürzen oder „bis nach Fertigstellung der Baumaßnahmen in Linnich“ zu verschieben. Andernfalls, so wird der Werbegemeinschaft in dem Schreiben angedeutet, werde „das , was Sie bisher aufgebaut haben, gegebenenfalls mit einem Schlag vernichtet“.

Begründet wurde dieses Anliegen mit der unhaltbaren Situation, dass ein Parken auf dem Kirchplatz „mindestens 14 Tage nicht möglich“ sei. Außerdem wurde der Werbegemeinschaft angeraten, keine Konkurrenz oder Gegenveranstaltungen zu den Weihnachtsmärkten in anderen Ortsteilen der Stadt zu organisieren. Gezeichnet war der Brief mit „Anwohner der Löffelstraße, Rurstraße, Altwyk, Unternehmen und Geschäftsleute“.

„Das war nie unsere Absicht“

Kolportiert wurde später, die Werbegemeinschaft habe alle Veranstaltungen abgesagt. Das, versichert Rudi Venrath, sei nie der Fall gewesen. „Das war nie unsere Absicht.“

Fakt ist aber, dass die WG Linnich noch im August davon ausging, im Dezember auf einem baustellenfreien Kirchplatz ihren „Budenzauber“ veranstalten zu können. Die Stadtverwaltung habe auf Nachfrage versichert, dass bis Ende November der Bereich Kreisel und Kirchplatz fertiggestellt sei. „Beim Spatenstich im September hat die Bürgermeisterin verkündet, dass alle Veranstaltungen auf dem Kirchplatz ausfallen“, schildert Venrath.

Das sei so mit der Werbegemeinschaft nie besprochen worden. Generell sei die Werbegemeinschaft „enttäuscht, dass so wenig Hilfe von der Stadt kam“. Kaum Informationen über Baumaßnahmen und Bauzeiten, Auswirkungen auf das Umfeld.

Der Vorstand zieht Konsequenzen aus dieser wenig erfreulichen Entwicklung. Er schraubt das Engagement der Werbegemeinschaf zurück. Es wird keinen „Budenzauber“ geben. Die bestellte Eisbahn wird abbestellt, was trotzdem 6000 Euro kosten wird. Es wird — allein schon aus bautechnischen Gründen — keine Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt und es werden keine Weihnachtsbäume aufgestellt.

Allein der „Wunschzettelbaum für bedürftige Kinder“ wird im Beet an der Rurdorfer Straße errichtet. „Die Kinder sollen nicht unter dem ganzen Ärger leiden“, sagt Eleonore Rockmann, Venraths Stellvertreterin. Vielleicht, hofft Venrath, werden die Linnicher merken und wertschätzen, was die Werbegemeinschaft leistet, wenn sie das das mal nicht wie selbstverständlich macht.