Die Titzer Zauberwelt ist im Finale des Kita-Preises

Gemeindekindergarten als weiterer Standortfaktor : Die Titzer Zauberwelt ist im Finale des Kita-Preises

Der Titzer Gemeindekindergarten Zauberwelt hat es in die Endrunde um den Deutschen Kita-Preis geschafft. Beworben hatten sich rund 1600 Kindergärten, jetzt sind noch zehn übrig. Bei der letzten Bewertungsrunde im März werden dann die fünf „Kitas des Jahres“ ermittelt.

Für den Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen ist der Erfolg der Kita eine Bestätigung der guten Arbeit. „Wir sind stolz darauf“, sagt er. Auch, weil der Erfolg in das Titzer Gesamtkonzept für die Zukunft passt, das nicht nur aus dem Entwickeln von Baugebieten besteht. „Familienfreundlichkeit soll unser Markenkern sein“, benennt Frantzen die Prämisse, mit der Titz um Zuzug werben will als zusätzliches Argument neben den günstigeren Immobilienpreisen.

Titz will interessant sein für junge Familien und für Paare, die eine Familie gründen wollen. „Von minus 3 bis 18 Jahren“, umreißt der Bürgermeister die Altersspanne an Lebensjahren des Kindes, in denen die Gemeinde Familien besonders unterstützen will. Deswegen sei die in mehreren Kommunen des Kreises Düren angedachte Übertragung der Trägerschaft des gemeindlichen Kindergartens an den Kreis in Titz kein Thema, obwohl das Beibehalten der Trägerschaft eine Mehrbelastung von rund 120.000 Euro für den Haushalt bedeutet. „Ich bedauere, dass einige Bürgermeister-Kollegen ausblenden, wie wichtig diese ersten Jahre sind“, sagt Frantzen. Der Vorteil, dass die Gemeinde der Kindergarten-Ansprechpartner für junge Familien ist, sei die finanzielle Mehrbelastung wert.

Finanziell sei das Behalten der Trägerschaft darstellbar. Titz ist eine von nur vier Kommunen im Kreis, die sich nicht in einem sogenannten Haushaltssicherungskonzept befinden. In der nächsten Ratssitzung plant Frantzen einen Haushalt für 2019 einzubringen, der nicht mit einem Minus auskommt, „sondern mit einer roten Null“.

Geld investieren wird die Gemeinde auch in die Primus-Schule. Also die Modellschule, die Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse besuchen können. Aktuell ist die Schule bis zur fünften Klasse angewachsen, im Sommer folgt der sechste Jahrgang. „Diese Schule war vielleicht die beste Entscheidung in den fast zehn Jahren meiner Amtszeit“, sagt Frantzen überzeugt. Die Befürchtung, dass Eltern die Primus-Schule überwiegend als Grundschule betrachten und die Kinder ab der fünften Klasse auf eine andere Schule schicken, habe sich nicht bewahrheitet.

Die Gemeinde ertüchtigt die Gebäude der ehemaligen Grundschule und der ehemaligen Hauptschule. Sieben Millionen Euro investiert sie hier über die Jahre in die sogenannten Häuser A und B. „Es wird auch ein Haus C geben“, erklärt Frantzen, dass die große Nachfrage mehr Platzbedarf bedeutet. „Die Primus-Schule ist ein Renner.“

Genau wie die Kita. Das Team der Kita wird im Mai 2019 bei der Preisverleihung in Berlin dabei sein. Als eine von insgesamt zehn Finalisten-Kitas kann sie dort auf eine von fünf Auszeichnungen in der Kategorie „Kita des Jahres“ hoffen: Die erstplatzierte Einrichtung darf 25.000 Euro mit nach Hause nehmen. Vier Zweitplatzierte werden mit jeweils 10.000 Euro ausgezeichnet.

Und so entscheidet sich, ob das Team des Familienzentrums Gemeindekindergarten Zauberwelt eine Trophäe mit nach Hause nehmen darf: In den kommenden Wochen besucht ein Experten-Team der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Internationalen Akademie Berlin (INA) die Einrichtung in Titz, um sich einen Eindruck von der Arbeit vor Ort zu verschaffen.

(jan)
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