Aldenhoven: Die Stimme erheben gegen die IS-Brutalität

Aldenhoven: Die Stimme erheben gegen die IS-Brutalität

Mit dem „Tag der offenen Moschee“ ist auch in diesem Jahr das muslimische Opferfest (Eid-ul-Adha) am 4. Oktober als eines der beiden großen Festtage des Islam verbunden. Das Opferfest erinnert an den Gehorsam des Propheten Abraham und seines Sohnes Ismael.

Die Geschichte mit den Vorkehrungen zum Opfertod des Sohnes und dem Gebot Gottes zum Einhalt des Geschehens ist verknüpft mit einer frohen Botschaft. Abraham hatte die Prüfung der Liebe gegenüber seinem Schöpfer bestanden. Daher hat das Opferfest für alle Muslime einen symbolischen Charakter, um so die Nähe Gottes zu erlangen.

„Für soziale Verantwortung“

Auch in der Türkisch-Islamischen Gemeinde Aldenhoven hatten sich zum Auftakt für das Opferfest zahlreiche Teilnehmer zum gemeinsamen Gebet in der Moschee versammelt. Hodscha Muhammet Ali Yener hob mit den zweigeteilten Anrufungen auch den eigentlichen Sinn des Festes „für soziale Verantwortung“ hervor. Das Wort „Kurban“ (Opferfest) bedeutet „sich annähern“ und bezeichnet die Ausdeutung „als Absicht, sich Gott zu nähern und dessen Wohlwollen zu erlangen“.

Nach einer kurzen Ansprache durch den Imam überbrachte auch der evangelische Pfarrer Charles Cervigne in Verbindung mit Gemeindereferentin Petra Bungarten von der katholischen Martinus-Pfarre eine Grußbotschaft der christlichen Kirchen in Aldenhoven. Cervigne freute sich darüber, „diesen Tag mit der muslimischen Gemeinde gemeinsam zu feiern“, um „einen Beitrag für den Frieden in der Welt zu leisten“. „Wenn Christen und Muslime sich versammeln zum Gebet, dann kann man Hand in Hand das Schicksal gestalten!“ Am Ende der gemeinsamen Gebetsstunde sprachen sich alle Teilnehmer einander den besonderen Segensspruch „Alayhi wa sallam“ (Der Segen und Friede Allahs sei auf ihm) zu.

Mit der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) verurteilt auch die islamische Gemeinde Aldenhoven „mit großer Entschiedenheit und Empörung jegliche Angriffe und Gewaltanwendungen“. Hierzu heißt es zur aktuellen Lage im Irak und Syrien unter anderem als Grundsatz-Direktive: „Die islamische Religion gestattet auf keinen Fall, Menschen auf Grund ihrer Sprache, Religion oder Konfession zu töten, zu foltern oder anderweitig unmenschlich zu behandeln oder aus ihrer Heimat zu vertreiben.

Seit Jahrhunderten leben die Muslime im Nordirak in Frieden mit ihren Nachbarn, den Religionsgemeinschaften der Yeziden und den Christen, die nun durch die IS unmenschlichen Angriffen, Verfolgung und Massenmord ausgesetzt sind. Ebenfalls werden auch Muslime verschiedener Konfessionen und Strömungen von diesen Fundamentalisten verfolgt, gequält, gefoltert und getötet. Wer Menschen aufgrund des Glaubens oder der Konfession verfolgt oder tötet, kann dies nicht mit dem Islam begründen.

Alle Muslime und die gesamte Menschheit sind gefordert, sich diesen unmenschlichen Brutalitäten mit einer gemeinsamen Stimme entgegen zu stellen. Die Öffentlichkeit darf nicht in eine Zuschauerrolle verfallen. Wir erwarten schnellstmöglich einen nachhaltigen Frieden.“

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