Die Rüben-Kampagne startet in der Zuckerfabrik in Jülich

Start der Kampagne : Rüben sind mittelprächtig groß und ziemlich süß

Das Zuckerwerk in Jülich startet gemächlich in die Kampagne 2019. Die ersten Rüben sind auf den Hof der Fabrik angekommen, die berüchtigte „weiße Fahne“ wurde aber noch nicht gehisst.

Der Altweiber-Sommertag schickt vom blauen Himmel seine Sonnenstrahlen auf den Rübenhof der Jülicher Zuckerfabrik, wo am Mittwoch bereits gegen 6 Uhr der erste Transport seine süße Fracht abgeliefert hat.

Das Jülicher Werk ist das erste der Pfeifer & Langen-Familie, das Zuckerrüben annimmt und verarbeitet. Heinz Leipertz, Leiter Landwirtschaft für die rheinischen Werke, schaut sich auf dem Rübenhof um, wo nacheinander vier Lastwagen rückwärts an den schon stattlichen Rübenberg heranfahren, um ihre Ladung abzukippen, der von einem Radlader hoch aufgetürmt wird.

Bis die süßen Knollen über die Kanäle am Rande der Platte in das Werk schwimmen, wird es Mittag werden. Die Fabrik hat auch noch nicht ihre Fahne aus weißem Wasserdampf gehisst, die schon von weitem signalisiert, dass in der Herzogstadt Zucker produziert wird.

Der ist knapp, wie Leipertz versichert. Vom Schneiden der Rüben bis daraus noch feuchter Kristallzucker geworden ist, der anschließend in die Trocknung geht, dauert es etwa einen Tag. So lange dauert es etwa auch, bis alle Aggregate angefahren worden sind und nach einem dreiviertel Jahr Pause rundlaufen.

„Jülich geht auf Schleichfahrt“, umschreibt Leipertz das sehr langsame Anfahren der Fabrik, die bis zum Ende des Monats nur eine Minimalmenge an Rüben verarbeiten wird. „Eine hohe Priorität liegt auf dem Zuwachs“, ist Rübenbauern und Fabrik daran gelegen, dass die Feldfrüchte größer werden. „Die Rüben sind mittelprächtig groß“, charakterisiert der Experte die momentan angelieferten Knollen, die mit gut 18 Prozent aber bereits ziemlich süß sind. Dagegen ist die Qualität insgesamt durch die Aufkonzentration der übrigen Inhaltsstoffe unterdurchschnittlich. „Das ist ein Wermutstropfen“, findet Leipertz.

Doch das kann sich im weiteren Verlauf der Kampagne ja noch ändern, die um den Jahreswechsel enden wird. Mit den Maschinenringen und Lohnunternehmen hat der Disponent die Kampagne bereits generalstabsmäßig durchgeplant. „Alle sollen gleichzeitig durchs Ziel gehen“, werde nun, so Leipertz, an jedem Tag die jeweiligen Liefermengen nachjustiert.

(ahw)
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