Jülich: Die Polizei wird die Evakuierungszone „intensiv überwachen”

Jülich: Die Polizei wird die Evakuierungszone „intensiv überwachen”

„Wir können uns sicher nicht über wenig Arbeit beklagen.” Gerd Deckstein, Leiter der Polizei-Inspektion Jülich, lacht, als er diesen Satz sagt.

Am Montag betreuen die Ordnungshüter eine Oster-Demonstration vor dem Forschungszentrum. Und am Mittwoch ist die Jülicher Polizei im Bomben-Einsatz; ganz zu schweigen vom regulären Dienst, den die Beamten leisten.

Die Entschärfung der Luftmine ist auch für den erfahrenen Polizisten Deckstein etwas Besonderes. Mit Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg hatte er in seiner Zeit bei der Polizeiwache Kreuzau häufiger zu tun. „Aber in diesem Ausmaß ist mir das auch noch nicht begegnet”, sagt der 61-Jährige. 6500 Menschen müssen ihre Häuser und Wohnungen vorsichtshalber für etwa fünf Stunden verlassen. Bis elf Uhr muss ein großer Teil des Jülicher Nordviertels menschenleer sein.

„Es ist aber ganz wichtig, dass die Menschen wissen, dass wir da sind”, betont Deckstein. Die Polizei bleibt vor Ort, um zu verhindern, dass Diebe die Situation ausnutzen. „Wir werden die evakuierte Zone intensiv überwachen.”

Zur Unterstützung der 30 Jülicher Polizisten, die den Verkehr am Mittwoch regeln, rückt eine so genannte Landes-Hundertschaft aus Köln an. Diese ist 130 Mann stark. 40 von ihnen sperren jede Straße und jeden Fuß- und Radweg ab, der in die evakuierte Zone führt.

Der Rest überwacht und kontrolliert das vorübergehende Sperrgebiet. „Wir geben dann ein Signal an den Gesamt-Einsatzleiter, dass das Viertel evakuiert ist”, erklärt Deckstein das Vorgehen. Dieser meldet dann an den Feuerwerker, dass die Entschärfung beginnen kann.

Zeitplan

Planmäßig soll das gegen 15 Uhr der Fall sein. Innerhalb einer halben Stunde soll die Mine entschärft sein, so dass sie gefahrlos abtransportiert werden kann. Gegen 13 Uhr wird der Kampfmittelräumdienst aus Kerpen damit beginnen, die Bombe freizulegen.

Gerd Deckstein erwartet einen aufwändigen, aber vergleichsweise unspektakulären Einsatz. „Wir haben genügend Zeit, die Evakuierung umzusetzen.” Deswegen wird die Polizei gründlich vorgehen und an der Seite des Jülicher Ordnungsamtes kontrollieren. Menschen, die sich nach der Evakuierung noch in der Sperrzone aufhalten, erhalten einen Platzverweis. Den kann die Polzei im äußersten Fall durchsetzen, indem sie die Person in Gewahrsam nimmt.

Deckstein appelliert an die Bevölkerung, bei der Evakuierung zu mitzuarbeiten. „Es ist sinnvoll, den Bereich am Mittwoch weiträumig zu umfahren. Verkehrstechnisch völlig lahmgelegt wird Jülich allerdings nicht. Der Von-Schöfer-Ring und die Brunnenstraße sowie die Römerstraße bilden die Grenze der Zone.” Die wichtigen Straßen blieben normal befahrbar.

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