Jülich: Die Physiotherapie ist ein Hoffnungsträger

Jülich: Die Physiotherapie ist ein Hoffnungsträger

Der Weg in die Physiotherapie ist für viele von der Harninkontinenz Betroffene ein Weg der Hoffnung. Eine Garantie auf ein völlig beschwerdefreies Leben nach Abschluss der Behandlung ist er natürlich nicht.

Was macht, was bewirkt die Physiotherapie? Die Patienten sollen zunächst einmal lernen, dass es einen Beckenboden gibt, wo er sich befindet und die beiden Schließmuskeln zu spüren, sagt Petra Samans, Physiotherapeutin aus Jülich. Dieses „Bewusst-Sein” ist Voraussetzung für den Lernprozess, „den Schließmuskel bei Belastungssituationen adäquat einzusetzen”.

Wie der Arzt stützt sich auch die Physiotherapeutin auf eine „gute Anamnese und Diagnostik”. Daraus resultieren die Behandlungsschritte, die nicht unmittelbar mit körperlichen Übungen beginnen. Bei der Belastungsinkontinenz etwa, können schon Verhaltensänderungen, wie das richtige Heben von Lasten, zu Vermeidung ungewollten Harn- oder auch Stuhlabgangs führen.

Auch das Trinkverhalten wird sorgfältig protokolliert. Bei den Übungen - in jeder der 25 Minuten dauernden Behandlungen wird eine erlernt - legt die Physiotherapeutin großen Wert auf den Übertrag in den Alltag. Hausaufgaben sind also fester Bestandteil des physiotherapeutischen Unterrichts.

Der Mutmacher ist das Beispiel einer betagten Patientin, das Petra Samans auf diese Formel bringt: „Sie kam mit Windeln, sie ging trocken.”

Experten sprechen über „Harninkontinenz”

„Harninkontinenz” ist das Thema des 20. Forums Medizin, das das St.-Elisabeth-Krankenhaus Jülich und unsere Zeitung, begleitet von der AOK, veranstalten.

In der Schlosskapelle der Zitadelle kommen am Donnerstag, 21. Juli, ab 19 Uhr Ursachen, Diagnose und Formen der Behandlung der Blasenschwäche zur Sprache. Der Eintritt ist frei.

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