Jülich: Die Nordkreis-Linken in Jülich vor Neustart

Jülich : Die Nordkreis-Linken in Jülich vor Neustart

15 Parteimitglieder der „Linken“ kamen in „Wilhelm‘s Brauhaus“ zur Gründungsversammlung eines Bezirksverbandes für den Dürener Nordkreis zusammen. Ihr Ziel ist es, „in den Jülicher Stadtrat zu kommen und mindestens so viele Mitglieder pro Gemeinde zu haben, um jeden Wahlkreis zu besetzen“, wie Valentin Veithen es ausdrückte.

Er ist Kreissprecher der Linken und Fraktionssprecher im Dürener Stadtrat, bezeichnet sich selbst als „sozialistischer Linker“ und engagiert sich unter vielem anderen durch seine SGB II-Beratungen im gesamten Kreis Düren.

Nach Auskunft von Schatzmeisterin Birgit Espe zählen die Dürener Linken insgesamt 150 Mitglieder, im Nordkreis wohnen nur 27 Parteimitglieder, was für die Linke aber schon „sehr, sehr viel ist“. Die meisten von ihnen, nämlich 16, leben in Jülich, hier bräuchte man aber 21 Mitstreiter. Drei kommen aus Niederzier, zwei sind in Aldenhoven ansässig, fünf in Titz und einer in Linnich. Bei der Gründungsversammlung handelte es sich bereits um das zweite Treffen in Jülich, das erste war zum Kennenlernen gedacht.

Wahlen fanden bei der Gründungsversammlung noch nicht statt, aus zwei Gründen: Die „handelnden Personen müssen sich erst näher kommen, und wir müssen alle Posten quotiert besetzen“, gewählt werden müssen also jeweils ein Mann und eine Frau. Unter den 15 Parteimitgliedern waren aber nur zwei Frauen. Die ersten Schritte waren die Zusammenstellung eines Arbeitskreises, der, unterstützt von der Partei, Jülicher Termine organisiert, und die Terminierung einer Neumitgliederschulung.

Der Arbeitskreis will möglichst schnell sein „Gesicht zeigen“ und in den sozialen Medien und an Infoständen in Jülich für Mitglieder werben. Veithen hat Infostände in Jülich immer als „sehr angenehm, konstruktiv und sachbezogen“ empfunden. Gewünscht ist auch eine „Verlinkung mit regionalen Gruppen“. Was wollen die Linken ganz konkret im Nordkreis erreichen? Spontane Antworten lauteten: „Ich will die Macht ergreifen, nichts weniger als das“ oder „Eine soziale Alternative für alles sein, was rechts der Mitte ist“. Als erstes Thema soll der (soziale) Wohnungsbau auf der Agenda stehen.

Welche Schwierigkeiten haben Politiker der Linken? Zunächst blende der Kapitalismus „das soziale Gewissen aus“, ferner gäbe es parteiintern „viel zu viele Strukturen“ wie Veithen unterstrich. Als brennende Themen kamen in der Versammlung immer wieder Grundsicherung und Altersarmut auf, „die weiblich ist“.

Die Gründungsversammlung wurde zu Beginn von Mitglied Reinhold Friedrich aufgehalten, der Veithen vorwarf, die Arbeit des ehemaligen Ortsverbands der Linken im Nordkreis „kaputtgeknüppelt zu haben“. Auf Anfrage nahm Veithen kurz Stellung dazu: „Der alte OV hat sich selbst zerlegt. Es wurden Forderungen gestellt, die finanziell nicht erfüllt werden konnten“.

Dann wurde die Vergangenheit beiseite geschoben und der Versuch gestartet, die Voraussetzungen für linke Politik im Nordkreis zu schaffen.

(ptj)