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Ausstellung im Hexenturm: Die Natur in Collagen verewigt

Ausstellung im Hexenturm : Die Natur in Collagen verewigt

Künstlerin Gudrun Brückel stellt im Hexenturm ab dem 17. September Collagen und Drucke aus, die sich mit den Themen Natur und Landschaft auseinandersetzen. Ihre Eindrücke dafür hat sie in den verschiedenen Stationen ihres Wirkens gesammelt.

Gudrun Brückel, bildende Künstlerin aus Dresden, wird von Freitag, 17. September, bis Sonntag, 10. Oktober, ihre Arbeiten beim Kunstverein Jülich im Hexenturm ausstellen. Gezeigt werden Collagen und Drucke aus verschiedenen Werkserien der Jahre 2012 bis 2021, die sich inhaltlich mit den Themen Natur und Landschaft auseinandersetzen.

Den künstlerischen Werdegang von Gudrun Brückel kennzeichnet eine Reihe von herausragenden Stationen: Aus Süddeutschland stammend, lebt die Künstlerin nach einer längeren Lebensphase in Berlin seit 1997 in Dresden. Ihre Berliner Zeit war zum einen im Wesentlichen geprägt durch Eindrücke aus dem Kulissenfundus der großen Schauspielhäuser, die sie in großformatigen Leinwandgemälden umsetzte und zum anderen durch die künstlerische Verarbeitung architektonischer Strukturen des Berliner Stadtbildes in Fotografien und Papierreliefs.

In Dresden wurden dann die markanten Solitäre der aufgelassenen Industriebrachen mit ihrer eigenartigen Aura von stillstehender Zeit Auslöser der umfangreichen Serie der transparenten Architekturen, die sie von 1997 bis 2001 beschäftigte. 2002 entdeckte sie bei einem Stipendienaufenthalt in Ahrenshoop das große Thema Natur für sich, das sie seither in zahlreichen Abwandlungen und künstlerischen Medien variiert hat.

So entwickelte sie ein Fragilarium und ein Bestiarium: umfangreiche Werkserien, die jeweils Zeichnungen, Collagen, Fotogramme und Monotypien umfassen. Im Zusammenhang mit Reiseeindrücken während mehrerer Arbeitsaufenthalte auf Island in den Jahren 2015 bis 2018 entstanden Künstlerbücher, Aquarelle und Collagen. Durch die Bekanntschaft mit einer Biologin rückte hier auch zunehmend die Welt der Meereslebewesen, wie Algen und Diatomeen, in den Focus der Künstlerin.

Ausgelöst durch die Fragestellung nach der Entstehungsgeschichte von Viren entsteht seit März vergangenen Jahres fortlaufend die Serie der Grotesken: Zeichnerische Details aus naturwissenschaftlichen Bestimmungsbüchern wurden in ihren Proportionen verändert, auf Seidenpapier ausgedruckt und in mehreren Schichten übereinander gefügt. So entstehen hybride Organismen, von denen man sich vorstellen kann, dass sie am Ende des Anthropozäns einmal die Erde bevölkern könnten.

Zu diesen Arbeiten wurde aktuell ein Katalog herausgegeben, der in der Ausstellung käuflich erworben werden kann. Zur Eröffnung, am Freitag, 17. September, um 19 Uhr, wird sie in einem Gespräch mit ihrem Bruder Thomas Brückel den Anwesenden Gelegenheit geben, in ihre Welt der Farb- und Formfindung einzutauchen.

(red)