Linnich: Die nächste Demo der „Bürger stehen auf“

Linnich: Die nächste Demo der „Bürger stehen auf“

In einem Monat wird die Stadt Linnich wieder Schauplatz mindestens einer Demonstration und eines entsprechend großen Polizeiaufgebotes. Die Organisation „Bürger stehen auf“ hat für den 26. Juni eine Veranstaltung angemeldet.

Das bestätigt die Polizei. Im vergangenen Herbst gab es eine erste solche Demonstration, die unter dem Motto „Flüchtlingsheim, nein danke“ stand. Organisatoren und Teilnehmer stammten teils aus dem rechtsextremen Spektrum. Für die neuerliche Demonstration sind dieselben Personen verantwortlich.

Laut Polizei laufen derzeit die Gespräche mit den Veranstaltern beispielsweise über den Ablauf, den Zugweg und die Zahl der Ordner, die gestellt werden müssen. Im vergangenen Herbst hatte sich eine Gegendemonstration formiert, deren Teilnehmerzahl die der „Bürger stehen auf“ um ein Vielfaches übertraf.

Bisher liegt nach Polizeiangaben keine Anmeldung für eine solche Gegenveranstaltung vor.

Die Gegendemonstration setzte sich zum größten Teil aus dem bürgerlichen Spektrum zusammen, sie wurde vom Bündnis gegen Rechts und vom Initiativkreis Asyl organisiert.

Ursprünglich war die erneute Veranstaltung der „Bürger stehen auf“ schon für Mai geplant und angemeldet, allerdings wurde sie abgesagt. Für den Mai-Termin war bereits eine Gegenkundgebung organisiert worden. „Wir gehen davon aus, dass das auch für den neuen Termin der Fall sein wird“, sagte die Linnicher Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker.

Auch auf eine mögliche Gegendemonstration bereitet sich die Polizei nach Angaben einer Sprecherin vor. Denn schon beim ersten Mal hatten sich einige Angehörige des links-autonomen Spektrums der Gegenveranstaltung angeschlossen, teilweise mit vermummten Gesichtern. Auch diese Gruppe erfordere bei der Polizei erhöhte Aufmerksamkeit.

Unserer Zeitung gegenüber machten die „Bürger stehen auf“ auf Nachfrage keine Angaben zum Motto der Demonstration. Auch ihre Namen wollten sie erneut nicht nennen, allerdings sind sie der Redaktion bekannt.

In den vergangenen Wochen hatte die Internetseite der „Bürger stehen auf“ großen Zulauf, nachdem dort behauptet worden war, dass drei minderjährige Linnicher Mädchen von Flüchtlingen überfallen und sexuell belästigt worden seien. Die Polizei-Meldung, dass es sich bei dem Vorfall um den versuchten Diebstahl einer Sonnenbrille gehandelt habe, bezeichneten die „Bürger stehen auf“ als Lüge.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte die Polizei, dass die Mädchen auch bei einer Befragung zwei Tage nach dem Vorfall betont hätten, dass keinerlei sexuelle Übergriffe passiert seien, sondern ein versuchter Diebstahl.

(jan)
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