Jülich: Die meisten Händler sind mit Weihnachtsmarkt zufrieden

Jülich: Die meisten Händler sind mit Weihnachtsmarkt zufrieden

Der Jülicher Weihnachtsmarkt mit seinen Holzbuden vor historischer Kulisse der Zitadelle ist reizvoll und lockt nach Bekunden von Gerd-Willi Cremanns, Ansprechpartner der Werbegemeinschaft, jeweils 50.000 bis 70.000 Besucher an, darunter viele von außerhalb.

Zu den täglichen Besuchern zählen im Übrigen auch einige Schüler aus dem Gymnasium Zitadelle, die per pedalo „jeden Tag hier durchfahren und auch schon Weihnachtsgeschenke gekauft haben“. Wichtiger wirtschaftlicher Faktor für das Fortbestehen des Marktes ist vor allem die Zufriedenheit der Händler.

„Wenn die Ware gut ist, kommen die Leute wieder“, das gilt für die Zuckerbäckerei von Carsten Cremanns.

Wie ist also das Weihnachtsgeschäft gelaufen? Das positivste Feedback „sehr gut“ stammt von Hobby-Krippenbauer Michael Sonnenwald. Er darf sich — wie andere Aussteller auch — über eine Stammkundschaft freuen, die seine detailreiche Handwerkskunst zu schätzen weiß.

„Wir sind zufrieden“, sagt Getränkewarenhändler Peter Eschweiler.

In der ablaufenden Saison bereicherte sein Vater Bruno Sonnenwald mit Live-Schnitzereien den Stand. Stolz präsentiert dieser auf Anfrage eine Krippenszene mit der Gottesmutter Maria, Josef und dem Jesuskind aus gewachstem Lindenholz. Insgesamt hat er rund drei Monate daran gearbeitet. Familie Sonnenwald unterhält parallel einen weiteren Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Düren, die Bude in Jülich ist aber größer und „läuft besser“.

„Wir sind zufrieden“, resümiert Peter Eschweiler, der mit seiner Frau Hella einen großen, weihnachtlich geschmückten Getränkestand führt, der stets sehr gut besucht ist. Eschweiler bezeichnet die Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad als ideal fürs Geschäft. Ein Sonntag, und zwar ausgerechnet Totensonntag, an dem erst abends geöffnet werden durfte, fiel aber wegen Sturm „ganz ins Wasser“. Alle Aussteller sahen aber die Notwendigkeit, zu schließen, und immerhin „ist nichts passiert“.

„Zufrieden“ zeigt sich Zuckerbäcker Carsten Cremanns. „Wenn die Qualität stimmt, kommen die Leute wieder“, weiß der Jungunternehmer. „Tolles Wetter, kaum Regen, der Sturm war ein Manko, aber der Markt ist zwei Tage länger geöffnet“, lautet sein Kommentar. Nach einer kurzen Abwägung stellt er sogar „eine kleine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr“ fest. „War okay“, dieser Meinung ist auch Vater Hans-Gerd Cremanns, der in seinem Wagen direkt gegenüber unter anderem gebratene Champignons mit Dressings anbietet. „Es muss schmecken“, schlägt er in dieselbe Kerbe wie sein Sohn.

Zu warm für Wintersachen

„Wir waren zufrieden“ sagt auch Nelly Pelzer, die seit über 40 Jahren auf dem Jülicher Weihnachtsmarkt ihr Korbwarenangebot präsentiert. Auch sie freut sich über das „super Wetter“ und die treue Stammkundschaft, die sich auch gerne beraten lässt. „Normal“ lief das Entenangelgeschäft für Julius Horbach. „Es war nicht kalt genug für die Wintersachen“, betont hingegen Hans Siang mit seinem „aktuell und nützlichen“ Angebot.

Welche Fan-Mützen werden am häufigsten gekauft? „Köln und Gladbach, Bayern geht natürlich auch immer“, sagt er lächelnd. Gewürzhändler Hans-Herbert Becker kommentiert die Saison mit den Worten „durchwachsen, etwas schlechter als im vergangenen Jahr“. „Letztes Jahr war besser“ meint auch Bekleidungsanbieter Singh Hardervinder aus Indien. Insgesamt gesehen stellt demnach ein gutes bis zufriedenstellendes Resümee den Fortbestand des beliebten Jülicher Weihnachtsmarktes keineswegs infrage.

(ptj/jago)
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