Aldenhoven: Die Kumpel aus Korea sind in Aldenhoven unvergessen

Aldenhoven: Die Kumpel aus Korea sind in Aldenhoven unvergessen

„Einige sind hier geblieben“, weiß Günther Schorn, ehemaliger Bergbauingenieur und 1. Vermessungssteiger der Grube Adolf, der später beim Aufbau der Zeche Emil Mayrisch mithalf, über seine koreanischen Kollegen, von denen einer noch in Merkstein lebe, ein anderer in Baesweiler.

Über die asiatischen Gastarbeiter ist wenig bekannt, von denen etwa 8000 Anfang der 1960er Jahre nach Deutschland kamen, nachdem 1963 ein Abkommen der Bundesrepublik mit Südkorea die vor­übergehende Beschäftigung von Bergarbeitern im westdeutschen Steinkohlebergbau geregelt hatte.

Der Siersdorfer Förderturm ist längst gefallen: 100 bis 200 Koreaner wurden beim EBV ausgebildet.

Ein ähnliches Abkommen löste 1970 den Zuzug von rund 10 000 koreanischen Krankenschwestern nach Deutschland aus, die in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen eingesetzt wurden. Drei ehemaligen EBV-Steiger, die sich anlässlich der Vorführung des Fernsehfilms „Herr Kim und Schwester Lotusblüte“ zu einer kleinen „Geschichtsstunde“ im Aldenhovener Bergmannshaus „Glück auf“ eingefunden haben, erinnern etwa daran, dass es auch im Bardenberger Knappschaftskrankenhaus komplette Schichten mit koreanischen Schwestern gegeben habe.

„Herr Kim“ aus dem Film, wobei es sich um den Bergmann Kim Dong-Hai handelt, ist Reviersteiger Armin Schönewolf, der später als Ausbildungsleiter fungierte, noch bestens bekannt. So war er auch Gast bei Kims Hochzeit in Deutschland, bei der Kim eine koreanische Krankenschwester ehelichte, die in Hamburg gelandet war. Bilder von dieser Feier sind ebenfalls im Film zu sehen, den zwei Journalistinnen gedreht haben, die zur Lebensgeschichte ihrer Eltern recherchiert haben und daraus einen leisen Film gemacht haben, der über das Private hinaus interessant ist.

So gehörte Kim zu den ersten koreanischen Bergleuten, die 1963 zum EBV kamen. „Gebildet, gesittet, höflich, fleißig und willig. Und Kontakt gesucht haben sie auch“, lautet das rundum positive Urteil der drei Steiger über die jungen Mitabeiter in ihren Revieren, zumal sie auch deutsche Sprachkenntnisse mitgebracht hätten. Die Gastarbeiter fühlten sich offenbar als Repräsentanten ihres Heimatlandes, das Erfahrung mit der internationalen Bergbautechnik anstrebte.

Wie gut sich die Koreanerinnen und Koreaner integriert haben, zeigt sich allein daran, dass etwa die Hälfte in Deutschland geblieben ist. Im Film, der teilweise in Korea spielt, wird gleichwohl deutlich, wie groß das Heimweh vieler Gastarbeiter gewesen sein muss, die nicht selten ihre Angehörigen daheim unterstützten.

(ahw)