Die historischen Wurzeln der Stadt Jülich werden bei einer VHS-Führung sichtbar.

Die Geschichte der Herzogstadt : Jülich mit anderen Augen sehen

Auch wenn Jülich im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, so steht seine Innenstadt doch unter dem Schutz einer Denkmalbereichssatzung. Wie lässt sich dieser - nur scheinbare - Widerspruch erklären? Antworten darauf gibt eine interessante Führung am 21. Oktober.

Jülich Die Jülicher Innenstadt einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet - aus Sicht der Historie und des Denkmalschutzes. Auch wenn Jülich im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, so steht seine Innenstadt doch unter dem Schutz einer Denkmalbereichssatzung. Wie lässt sich dieser - nur scheinbare - Widerspruch erklären? Was steht in Jülich aus welchem Grund unter Schutz? Antworten gibt es am Sonntag, 21. Oktober, bei einer Führung der Volkshochschule Jülicher Land.

Die Teilnehmer begleiten den Vorsitzenden des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich, Dr. Rüdiger Urban, bei einem Spaziergang durch die historisch geprägte Jülicher Innenstadt. Er erläutert, warum die Stadt des Wiederaufbaus heute unter Schutz steht.

Wer hat sich auf dem Jülicher Marktplatz schon einmal den Gedenkstein für Alessandro Pasqualini angeschaut? Zu erkennen ist ein gleichseitiges Fünfeck. Vier seiner Ecken tragen die Namen der ehemaligen Bastionen der Stadtbefestigung, im Nordosten befindet sich die Zitadelle in der fünften Ecke. Unter Pasqualinis Leitung entstand vor rund 470 Jahren diese fünfeckige Festungsanlage, in deren Schutz er eine der seinerzeit modernsten Städte nördlich der Alpen plante. Gleichzeitig nahm Jülich für sich in Anspruch, zusammen mit der Zitadelle als die modernste Festung Europas uneinnehmbar zu sein. Dieser Mythos hielt allerdings nur gut 60 Jahre.

Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg ließ die Stadt nach einem verheerenden Stadtbrand 1547 neu errichten. Sie lag am strategisch bedeutsamen Rurübergang, an der Kreuzung zweier bedeutender Fernstraßen. Nach streng mathematischen Grundsätzen entwarf Pasqualini eine moderne, steinerne Stadt mit zentralem, quadratischem Marktplatz, geraden breiten Straßen und verteidigungstechnisch bedingten Bebauungsgrundsätzen.

Wie konnte sich diese renaissancezeitliche Prägung über all die Jahrhunderte erhalten und woran erkennt man heute die verschiedenen Facetten des Erbes der Idealstadtanlage?

Die Führung gibt hierauf Antworten, erklärt den charakteristischen Wiederaufbaustil im heutigen Stadtbild, zeigt aber auch auf, wo dieser durch moderne Bauten gefährdet wird. Sie erläutert die noch erkennbaren Elemente der renaissancezeitlichen Stadtfestung. Zitadelle und Schloss werden an diesem Tag nicht besucht.

Um Anmeldung für die Führung wird gebeten bei der VHS Jülicher Land (telefonisch oder über das Internet: vhs@juelich.de). Treffpunkt ist am 21. Oktober um 11 Uhr an der Pasqualini-Brücke, dem stadtseitigen Eingang der Zitadelle. Es wird eine Gebühr von 5 Euro pro Teilnehmer erhoben. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.

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