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Themenabend im Alten Rathaus: Die heilende Kraft des Singens

Themenabend im Alten Rathaus : Die heilende Kraft des Singens

Bei der Veranstaltung des Gesundheitsamtes des Kreises Düren steht psychische Gesundheit auf der Tagesordnung.

„Salam Mevlana salam“: Dieses mystisch anmutende Lied aus dem Orient erklang mit spürbarer Begeisterung aus mehr als 40 Kehlen im Saal des Alten Rathauses in Jülich. Aufgeteilt in einen inneren und äußeren Kreis verneigten sich die Teilnehmer singend voreinander, kreuzten im Halbkreis tanzend ihre Hände, verneigten sich erneut, während sich der innere Kreis langsam weiter bewegte. Die passenden Gitarrenklänge spielte Claudia Makhmaltchi, Diplom-Sozialpädagogin, Systemische Therapeutin und zertifizierte Singleiterin für heilsames und gesundheitsförderndes Singen.

„Healing Songs – die Kraft des Singens erleben“ war der 13. Jülicher Themenabend des Gesundheitsamtes des Kreises Düren überschrieben, diesmal stand die psychische Gesundheit auf der Tagesordnung. „Es gibt Momente, in denen man mit Gesprächen alleine nicht mehr weiterkommt“, unterstrich Diplom-Sozialarbeiterin Petra Schmitz-Blankertz in ihrer Einführung. Um die heilende Wirkung des Singens besser zu erfahren, hatte man die erfahrungsgemäß schnell ausgebuchte Teilnehmerzahl von 70 bis 80 auf 40 begrenzt. Nach der begeisterten Resonanz der Mitstreiter wird eine Wiederholung des Abends angeboten.

Das traditionelle Referat fiel kürzer aus, damit sich die Teilnehmer ganz der Kraft der „Healing Songs“ hingeben konnten. Das sind aus kurzen Sätzen und Wiederholungen bestehende Lieder mit positiven Texten, die eigene Ressourcen erleben lassen, die eigene Resilienz fördern und das seelische Immunsystem stärken. „Sie machen einfach Spaß und verbinden“, brachte später Petra Schmitz-Blankertz ihre neu gesammelte Erfahrung auf den Punkt. Die Bewegungen zum Singen der erlernten Lieder intensivierten das Erleben. Das Geheimnis ist: „Man kann eigentlich nichts Negatives denken, wenn man etwas Positives denkt.“ Singen überhaupt ist, wie die Referentin eingangs betonte, „etwas ganz Ursprüngliches, das Kraft und Halt gibt und alle Kulturen verbindet“. „Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen“, stellte Franz von Assisi, Begründer des Franziskaner-Ordens, bereits im 12. Jahrhundert heraus. Forschungshinweise des Musik- und Psychotherapeuten Wolfgang Bossinger unterstrichen etwa die „heilende Kraft des Singens“.

Die Stimmen der begeisterten Teilnehmer des Themenabends erzeugten einen dichten Klangteppich, schiefe Töne waren zumindest nicht herauszuhören, obwohl es darauf nicht ankommt: „Es ist ein Singen ohne Bewertung, es gibt kein Richtig oder Falsch, es gibt nur Variationen“, hatte die Referentin in ihrer Einführung unterstrichen.

Der Text des Liedes, das in einen Kraft und Freude spendenden Abend einführte, lautete schlicht: „Du bist willkommen, herzlich willkommen, bienvenue, salam, salut“.

(ptj)