Die Ferienschule für Festkörperforschung des IFF ist gestartet

Forschungszentrum Jülich : Ferienschule mit Langzeitwirkung für ihre Teilnehmer

Am Montag ist am Forschungszentrum Jülich zum inzwischen 50. Mal die jährliche IFF-Ferienschule für Festkörperforschung gestartet

1970 hatte das frühere Institut für Festkörperforschung (IFF) den zweiwöchigen Kurs für Nachwuchswissenschaftler ins Leben gerufen. Inzwischen übernehmen wechselnde Institute des Forschungszentrums die jährliche Ausrichtung.

Die Zahl der Teilnehmer ist gegenüber den Anfangsjahren stark gewachsen: Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 24 Ländern werden diesmal erwartet.

„2014 mussten wir erstmals ein Auswahlverfahren einrichten, da die Zahl der Anmeldungen die Zahl der Plätze überstieg, die wir anbieten können“, freut sich Professor Thomas Brückel, Direktor am Jülich Centre for Neutron Science (JCNS) sowie am Peter Grünberg Institut, einer der wissenschaftlichen Organisatoren der 50. Ferienschule. Seither schwankt die Teilnehmerzahl wischen 200 und knapp 300. „Der große Zuspruch zeigt, dass wir mit unserem Konzept richtig liegen.“

Jährlich wechselt der thematische Schwerpunkt der Ferienschule innerhalb der Festkörperforschung und ist dadurch stets hochaktuell. Gleich bleibt hingegen die Mission: nicht nur wissenschaftliche Methoden und Grundlagen vermitteln, sondern darüber hinaus auch die Zusammenarbeit über die Grenzen von Fachdisziplinen und Ländern hinweg fördern, denn die Ferienschüler kommen stets aus zahlreichen Ländern.

Viel Wissen aus der Ferienschule

Viele ehemalige Teilnehmer arbeiten in ihrer späteren wissenschaftlichen Laufbahn wieder mit dem Forschungszentrum zusammen, manche kommen auch dauerhaft nach Jülich: So etwa Professor Sebastian M. Schmidt, seit 2007 Mitglied des Vorstandes des Forschungszentrums. Er besuchte die Ferienschule 1991 während seines Physikstudiums in Rostock: „Dass ich später einmal als Vorstand des Forschungszentrums mit Themen betraut werden würde, die damals schon bearbeitet wurden, hätte ich niemals gedacht. In jedem Fall habe ich viel Wissen aus dieser Ferienschule mitgenommen, von dem ich heute noch profitiere. Ich danke allen, die über so viele Jahre zum riesigen Erfolg der IFF-Ferienschule beigetragen haben!“

Professor Dieter Richter, von 1989 bis 2015 Direktor am Jülicher Institut für Neutronenstreuung, hatte in den 1970er-Jahren als Student zwei der ersten IFF-Ferienschulen besucht. Später organisierte er selbst einige: „Rückblickend kann ich sagen, dass mich die Ferienschule nach Jülich gebracht hat. Ich war bei meinen beiden Teilnahmen sehr beeindruckt, einerseits von der guten Organisation, aber besonders von einigen der Referenten.

Und seitdem sind die Schulen noch weiter verbessert worden; insbesondere die Unterlagen sind jetzt viel professioneller als damals“, sagt der Physiker. „In den siebziger Jahren gab es nur photokopierte Vorlesungsmitschriften, heute sind es umfangreiche Lehrbücher.“

Thematisch stehen in diesem Jahr verschiedene Methoden zur atomar auflösenden Untersuchung von Materialien im Mittelpunkt der IFF-Ferienschule. Sie bilden eine wesentliche Voraussetzung für ein besseres Verständnis von Materialien und die Entwicklung moderner Technologien, von der Informationsverarbeitung bis zur Medizin.

„Ziel der 50. IFF-Ferienschule ist es, Studierenden und jungen Forschern zu zeigen, wie moderne Streumethoden eingesetzt werden können, um wesentliche Beiträge zur Lösung der großen Herausforderungen zu leisten, vor denen unsere modernen Gesellschaften stehen“, sagt Professor Stephan Förster, ebenfalls Mitglied des wissenschaftlichen Organisationsteams und Direktor am JCNS. „Dazu geben wir ihnen das Wissen an die Hand, die gesamte heute verfügbare Palette an fortschrittlichen Streumethoden auf ihre aktuelle Forschung anzuwenden.“

Mehr von Aachener Zeitung