Jülich: Die Ernteerträge lassen nichts Gutes erwarten

Jülich: Die Ernteerträge lassen nichts Gutes erwarten

Es ist soweit — nach der Gerstenernte ist nun auch die Weizenernte im Rheinland gestartet. „Auf den ersten Flächen wurde bereits in der letzten Woche Weizen geerntet“, teilt Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren, mit.

Dies träfe vor allem auf trockene Weizenstandorte mit leichten und sandigen Böden, beispielsweise in Rheinnähe oder in der Voreifel zu. „Der Weizen hatte es in diesem Jahr aber leider nicht leicht“, so der Vorsitzende.

Deutliche Niederschlagsdefizite seit der Aussaat im Herbst und viel zu hohe Temperaturen im Mai und Juni lassen die Landwirte mit Ertragseinbußen rechnen. Die bisher gemeldeten Erträge ließen insgesamt nichts Gutes erwarten, befürchtet der Vorsitzende. Die Erträge dürften um zehn bis 20 Prozent niedriger liegen als normal. Bei sandigeren Böden seien noch höhere Ertragseinbußen eingetreten. „Wir müssen abwarten, wie sich die Zahlen weiter entwickeln“, so Gussen.

Für die Landwirte heißt es jetzt, auf besseres und konstantes Wetter zu hoffen. „Wir brauchen dringend beständige und trockene Witterung mit Sonne für die Ernte. Ansonsten könnte es zu Auswuchs kommen, das bedeutet, dass die Körner bei feuchter Witterung bereits in der Ähre erneut keimen“, erklärt Erich Gussen. Dies hätte enorme Qualitätsverluste zur Folge.

In NRW werden auf circa 260.000 ha Winterweizen angebaut. Ungefähr ein Drittel davon, nämlich 92.000 ha stehen im Rheinland. Weizen ist in Deutschland die bedeutendste Getreideart.

Die Wintergerstenernte ist im Rheinland mittlerweile weitestgehend abgeschlossen. Die Erträge lagen auch hier auf den sandigeren Böden und in den sehr trockenen Regionen um rund zehn Prozent unter dem gewohnten Niveau. Auf besseren Böden wurden normale Erträge geerntet. Die Qualität der Ernteware ist insgesamt gut.

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