Titz/Ameln: Die Engstelle auf der Amelner Prämienstelle bleibt dauerhaft

Titz/Ameln: Die Engstelle auf der Amelner Prämienstelle bleibt dauerhaft

Die Diskussion über die Zukunft der provisorischen Verkehrsberuhigung der vielbefahrenen Prämienstraße in Ameln entpuppte sich sowohl im Bauausschuss als auch Gemeinderat Titz als „heißes Eisen“. Das darf man durchaus mehrdeutig verstehen.

Denn nachdem Politik und Verwaltung jahrelang nach einer Lösung zur Temporeduzierung gesucht hatten und die dann endlich in Form einer Querungshilfe für Fußgänger, die gleichzeitig eine Engstelle bildet, gefunden zu sein schien, stand nun deren Abschaffung auf Wunsch einiger Anwohner im Raum. Die Maßnahme greift nämlich, so dass viele Verkehrsteilnehmer — vor allem Lastwagen — „in die Eisen steigen“, also bremsen und warten.

Das ist für die unmittelbaren Anwohner gewöhnungsbedürftig und beizeiten unangenehm, weil „gleich neben dem Wohnzimmer“ Lkw quietschend stoppen und dann natürlich nicht geräuschlos wieder anfahren. Außerdem bemängelten Anrainer zunehmende Verschmutzungen an und um die Querungshilfen herum.

Die sind aber provisorisch und könnten auch wieder entfernt werden. Es sei denn, die Gemeinde entschließt sich zu einer Dauerlösung, die dann neu gebaut werden müsste. Gut 90 Minuten inklusive Sitzungsunterbrechung debattierten Ausschuss und Rat, wie nun mit dem einst einstimmigen Beschluss umzugehen sei.

„Wir waren hier gemeinsam immer der Auffassung, dass etwas gemacht werden muss. Das Ziel der Geschwindigkeitsreduzierung ist geglückt, denn laut Polizei wird dort nun langsamer gefahren. Aber es gibt negative Nebeneffekte“, fasste Bürgermeister Jürgen Frantzen zusammen. Für die SPD signalisierte Fred Schüller, dass seine Fraktion mehrheitlich den Bürgerwunsch akzeptieren wolle, „obwohl wir bei einem Rückbau so schnell keine Lösung bekommen“.

Hartmut Wasserberg erklärte, dass er zwar das Ziel einer Temporeduzierung grundsätzlich für richtig halte, aber von einer „Verkehrsberuhigung“ nicht die Rede sein könne, wenn 1,2 Meter „neben dem Wohnzimmer Lkw stehen bleiben“. Außerdem führte er gesundheitliche Gefahren an: Feinstaub — auch von Bremsbelägen —, Stickoxide und andere Emissionen.

Andreas Leßenich (Grüne) regte im Ausschuss an, die Entscheidung noch zu vertagen und dann zu prüfen, ob es nicht helfen könnte, wenn die Querungshilfe versetzt werde. Das wiederum schien zum Beispiel der CDU-Fraktion wenig zielführend, weil der jetzige Standort ja bei einem gemeinsamen Termin mit Straßenverkehrsamt und Polizei gezielt ausgesucht worden sei, um nicht an anderen Stellen eine Unfallgefahr zu erzeugen. Robert Holzportz (CDU): „Ich weiß nicht, was das bringen soll.“ Und: „Die Sicherheit dort ist uns viel wert.“ Detlef Cremer (W.I.R.) argumentierte damit, dass nach vielen Jahren die erwünschte Verkehrsberuhigung nun erreicht werden konnte: „Sie findet statt.“

Im Gemeinderat setzte sich letztlich eine Mehrheit durch, aus der Übergangs- eine Dauerlösung zu machen, die auch schnell umgesetzt werden sollte. Dafür stimmten CDU, Grüne, ein W.I.R-Mitglied und der Bürgermeister, dagegen die SPD und Hartmut Wasserberg (FDP).