Aldenhoven: Die endlose Geschichte um den Moscheebau in Aldenhoven

Aldenhoven: Die endlose Geschichte um den Moscheebau in Aldenhoven

Die Enttäuschung, Verzweiflung und auch ein gewisser Unmut wachsen in der „Türkisch-Islamischen Gemeinde Aldenhoven“ immer mehr, nachdem mit Mehrheit im Aldenhovener Gemeinderat der Bebauungsplan für eine neue Moschee am derzeitigen Standort Gartenstraße auf Eis gelegt wurde.

Dazu habe es von der GL-Fraktion den Vorschlag gegeben, den Moschee-Neubau nach Siersdorf zu verlegen. „Hier“, so die Argumentation, stünden sowohl gemeindliche als auch private Grundstücke in ausreichender Zahl und Größe zur Verfügung.

„Soll denn jetzt“, so der Vorsitzende Rahmi Demirtas, „die Arbeit von fast zehn Jahren mit Vorauskosten von rund 80.000 Euro für unsere Gemeinschaft in Aldenhoven umsonst gewesen sein? Wir sind noch immer schockiert und entsetzt über diese ablehnende Entscheidung!“

Auch im Schreiben an die Mitglieder des „Arbeitskreises Integration“ verdeutlicht der Vorstand der islamischen Gemeinde die aktuelle Situation: „Die Integrationsarbeit, die wir mit Euch geleistet haben, ist in Aldenhoven gescheitert. Das ist Diskriminierung und nichts anderes“, so die Formulierung, die mit einer Frage verknüpft ist: „Ist etwa die türkisch-islamische Bevölkerung in Aldenhoven nicht erwünscht, wenn wir unsere Moschee bzw. Begegnungsstätte an der gewünschten Stelle bauen wollen?“

Zur Situation äußert sich auch Sibille Hausmann vom Amt für Schule, Bildung und Integration im Kreis Düren: „Das sind ja traurige Entwicklungen in Aldenhoven. Ich hoffe, dass sie mit den Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister wieder ins Gespräch kommen können. Ihr Anliegen, eine neue Moschee und ein Kulturzentrum in Aldenhoven zu verwirklichen, ist aus meiner Sicht auf jeden Fall unterstützenswert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Projekt jetzt gescheitert ist.“

In diesem Zusammenhang verweist Vorsitzender Demirtas auch auf eine schriftliche Mitteilung des Aldenhovener Bürgermeisters Ralf Claßen: „Es entspricht überhaupt nicht den Tatsachen, dass der Gemeinderat den Bau einer Moschee abgelehnt habe. Kein Ratsmitglied lehnt grundsätzlich den Bau einer Moschee in Aldenhoven ab. Es gibt nur Bedenken gegen einen Bau an der geplanten Stelle und in der vorgesehenen Größe.“

Ungeachtet der nun entstandenen Situation in einer deutlichen Ablehnung des Bauvorhabens hat die Islamische Gemeinde Aldenhoven in einem Schreiben vom 23. April an den Aldenhovener Bürgermeister in einem weiteren Antrag um die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens „70A-Moschee“ in der nächsten Gemeinderatssitzung ersucht und bittet nochmals um eine entsprechende Abstimmung. Dies unterstützen auch die katholische und evangelische Gemeinde.

Auf das Schreiben hat Bürgermeister Ralf Claßen reagiert. Er empfiehlt, das Projekt für die Öffentlichkeit transparanter zu gestalten, um Ängste in der Bevölkerung zu minimieren. Es sei erst dann ein positiver Beschluss des Rates zu erwarten, wenn die politischen Vertreter der Gemeinde das Gefühl gewinnen, dass das Projekt von der Bevölkerung akzeptiert wird.

„Da Sie nun einen Antrag auf Fortführung stellen, gehe ich davon aus, dass sich neue Erkenntnisse ergeben haben, die eine positive Beschlussfassung in Aussicht stellen“, schreibt Claßen, der darum bittet, diese neuen Erkenntnisse bis 25. Mai vorzutragen bzw. neue Unterlagen vorzulegen.

(zts)
Mehr von Aachener Zeitung