Bad Honnef/Jülich: Deutsch-Südafrikanisches Jugendwerk feiert silbernes Jubiläum

Bad Honnef/Jülich: Deutsch-Südafrikanisches Jugendwerk feiert silbernes Jubiläum

„Ich bin dankbar und glücklich, euch an der Seite des Jugendwerks zu haben“, rief Michael Lingnau sichtlich bewegt in seiner Festansprache beim Jubiläumsfestakt zum 25-jährigen Bestehen des Deutsch-Südafrikanischen Jugendwerks (DSJW) dem „tollen Team von Ehrenamtlern, das vertrauensvoll und eng zusammenarbeitet“ zu.

Als Gründungsmitglied hat der Vorsitzende das Werden des Vereins in all seinen Facetten miterlebt und das heutige Bild mitgeprägt.

Mit etwa 200 Gästen feierten DSJW-Vorstand und Mitglieder das silberne Jubiläum des in Jülich gegründeten Jugendwerks. Foto: Jagodzinska

Zum feierlichen Anlass hatten sich etwa 200 Freunde, ehemalige Freiwillige und die Teilnehmer des aktuellen Vorbereitungsseminars auf dem Gelände der Jugendherberge Bad Honnef eingefunden. Besonders begrüßt wurden Gäste aus Südafrika, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bad Honnef Klaus Munk, Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs und als Festredner Klaus Rommerskirchen, ehemaliger ZDF-Korrespondent im südlichen Afrika.

In den Herzen seiner Freunde anwesend war der langjährige Geschäftsführer des DSJW, Frank Lüder. „Frank ist uns im Dezember 2013 viel zu früh vorausgegangen“, gedachte Lingnau seines Mitstreiter und Freunds, der als der kreative Motor und Visionär des Vereins in Erinnerung geblieben ist.

Als das DSJW am 23. März 1991 von 20 jungen Leuten im Kaiserhof in Jülich aus der Taufe gehoben wurde, nahm die Idee des akademischen Austauschs mit dem südlichen Afrika unter dem Leitgedanken der Völkerverständigung und der Toleranz Gestalt an. Dass dieses Thema aktueller denn je ist, mahnte Klaus Munk in seinem Grußwort mit unmissverständlicher Klarheit an: „Wenn wir ... unseren Wohlstand auf Kosten des Elends der anderen weiter mehren, dann sind wir keine freiheitliche Gesellschaft mehr, dann sind wir nur noch ein faschistoider Herrenclub mit Sonderrechten für seine Mitglieder.“

Auch Axel Fuchs forderte Solidaritärt ein und lobte das DSJW, das seit 25 Jahren den Weg des Miteinanderlebens gehe. Ganz im Gegenteil dazu empfände er es wie einen Faustschlag, wenn einem Staat sechs Milliarden Euro gegeben würden, „der sich zu einer Diktatur hin bewegt“.

Festredner Klaus Rommerskirchen dankte den jungen Menschen, die das Jugendwerk seit 1991 durch großes Engagement mit Leben erfüllt hätten. Als ausgewiesener Kenner der gegenwärtigen Situation legte er den Finger in die offene Wunde: „Das Krebsgeschwür Korruption macht Südafrika krank. In einem Land, in dem Armut und Ungleichbehandlung das große Problem sind, spaltet Präsident Jacob Zuma durch unverständliche Personalentscheidungen die Nation.“ Es gibt immer noch unendlich viel zu tun, und so wird der Zuruf von Klaus Munk an die Mitwirkenden des vor 25 Jahren in Jülich gegründeten DSJW nicht ungehört verhallen: „Ihr Einsatz ist wertvoll für Afrika, er ist wertvoll für Sie, und er ist wertvoll für uns alle. Auf weitere 25 Jahre DSJW!“

(jago)
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