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Stefan Palm in Jülich: Der Virtuose an der Orgel lockt viele Zuhörer

Stefan Palm in Jülich : Der Virtuose an der Orgel lockt viele Zuhörer

Wenn Stefan Palm als Organist angekündigt wird, ist seine Fan-Gemeinde zur Stelle, sogar auswärtige Gäste waren reichlich vertreten bei der Matinee zur Marktzeit in Jülich.

Das Konzert in der Propsteikirche in Jülich war bestens besucht. Die Veranstaltungen der Matinee-Reihe sind bei den Musikfreunden der Stadt sehr beliebt, inzwischen aber auch in der Region bekannt für ihre besondere Programmgestaltung. Stets ein Highlight sind die Beiträge von Professor Stefan Palm, einem Virtuosen an der Orgel, der immer wieder begeistern kann – so auch an diesem Samstagvormittag.

Sein Programm zeigte diesmal das Spektrum der Orgel in verschiedensten Kompositionen, die ihm die Möglichkeit gaben, ihre Klangvielfalt und Ausdrucksmöglichkeiten besonders deutlich herauszuarbeiten. Zu Beginn des Konzertes erstrahlte die „Königin der Instrumente“ in vollem Glanz. Der Franzose Eugène Gigout (1844-1925) schrieb in einer Zeit, die arm an Kompositionen für Orgelmusik war, einige Werke in klarer, nicht überladener Setzweise. So auch den „Grand Choeur Dialogué“, ein Stück, dessen festlich majestätischen Klänge die Zuhörer auf die musikalische Stunde einstimmten und den Orgelklang voll genießen ließen.

Nach dieser Einstimmung erklang das „Improptu“ von Louis Vierne (1870-1937). Der fast blinde Komponist und berühmte Orgelspieler wirkte in Notre-Dame in Paris bis zu seinem Tode. Seine „Pièces de Fantaisie“ sind eine Sammlung kurzer Kompositionen, deren Titel teilweise auf programmatische Inhalte hinweisen. Das meisterhaft dargebotene Impromptu zeigte klanglich deutlich spürbare Züge des musikalischen Impressionismus und bestach durch das quirlige Spiel der Töne und Klänge und den Wechsel zwischen Aufbau von Spannung und Lösung dieser durch sanfte Melodien.

„Präludium und Fuge“ Es-Dur BWV 552 von Johann Sebastian erstrahlten in ihrer dreiteiligen Form, die die Dreifaltigkeit symbolisieren sollte. Die hohe musikalische Aussagekraft des Werkes in seiner rhythmischen und kombinatorischen Vielfalt wurde in der Darbietung des Meisters an der Orgel deutlich. In die momentane Zeit der Trauer in England passte besonders gut der musikalische Schlusspunkt des Konzertes, „Carillon de Westminster“ von Louis Vierne.

Der viertönige Westminster-Gong bildete unüberhörbar dominant die Grundlage dieser Komposition. Schwingungen des Läutens der Glocken überlagerten sich flirrend auf die Orgel und wurden so deutlich hörbar und kamen durch das virtuose Spiel von Stefan Palm in ihrer orchestralen Fülle in dem großen Kirchenschiff der Propsteikirche auch voll zur Geltung.

Großer Applaus zeigte die Begeisterung der Musikfreunde für ein großartiges Konzert auf höchstem Niveau und die Anerkennung des virtuosen und musikalisch interpretatorisch perfekten Spiels von Stefan Palm, der sich mit einer Zugabe bedankte.