Jülich: Der TTC Indeland Jülich mischt bei der Titelvergabe mit

Jülich: Der TTC Indeland Jülich mischt bei der Titelvergabe mit

Nach dem 6:4-Heimsieg über den TTC Ober-Erlenbach spricht der TTC Indeland Jülich ein gehöriges Wörtchen bei der Titelvergabe in der 2. Tischtennis-Bundesliga mit.Mit dem vierten Sieg in Folge katapultierten sich die Herzogstädter vom siebten Tabellenplatz nach Abschluss der Hinrunde auf Rang zwei und greifen nun nach den Sternen.

Der aktuelle Tabellenplatz der Jülicher würde zum Aufstieg in die Bundesliga berechtigen, doch dieses Thema weist TTC-Manager Arnold Beginn weit von sich: „Wir wollen jetzt Meister werden, aber wir werden wohl auf den Aufstieg in die erste Liga verzichten. Das können wir uns wirtschaftlich nach aktuellem Stand nicht erlauben.“

In dieser Woche will der Manager zwar noch einige Verhandlungen mit Sponsoren führen, doch die „Expedition Bundesliga“ scheint zu risikoreich. „Wir fokussieren uns auf die zweite Liga, das macht uns wesentlich mehr Spaß und ist deutlich spannender“, sagte der Manager. Und damit hat Beginn auch Recht: Was der TTC seinen Zuschauern am Sonntag an Klasse und Spannung bot, ist kaum zu überbieten.

Auch wenn Indelands Spitzenspieler Lauric Jean diesmal deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückblieb, kompensierte die grandiose Leistung des unteren Paarkreuzes den „Ausfall“ des Belgiers. Jean, der sichtlich erschöpft von den Strapazen der Weltmeisterschaft agierte, blieb in beiden Einzeln unter seinen Möglichkeiten. Gegen Dang Qui galt er, auch wegen seines lockeren 3:0-Siegs aus dem Hinspiel, als haushoher Favorit. Im vierten Satz vergab Jean einem Matchball und fand dann im entscheidenden Durchgang nicht mehr zu seinem Spiel. Später, gegen Kohei Sambe, wirkte der belgische Landesmeister vollkommen ausgezehrt.

Hermann Mühlbach hatte mit dem knappen Sieg über Sambe bereits sein Soll erfüllt; gegen Dang Qui wirkte er auch eher blass.

Aber auf das untere Paarkreuz der Indeländer war am Sonntag definitiv Verlass: Yoshihiro Ozawa war zweifelsohne „Man of the Match“ und auch auf Ewout Oostwouder durfte der TTC in der brenzligsten Spielsituation bauen.

Der kleine Japaner war phasenweise so heiß, dass er zu verglühen drohte. Doch immer dann, wenn er die richtige Dosierung fand, schien er unschlagbar. Dominik Scheja und Jens Schabacker waren Ozawa in allen Belangen unterlegen. Jülichs Erfolgsgarant hätte nur seinem eigenen Temperament zum Opfer fallen können, was ihm aber lediglich den zweiten Satz gegen Jens Schabacker kostete.

Teamkollege Hermann Mühlbach verteilte Komplimente: „Yoshi hat phantastisch gespielt. Die Bälle, die er mit seiner Rückhand aus der Halbdistanz auf den Tisch gespielt hat, waren unglaublich gut. In dieser Form ist er der beste Spieler seines Paarkreuzes.“ Doch den wichtigsten Punkt markierte Ewout Oostwouder. Der Niederländer führte im alles entscheidenden Spiel des Tages gegen Scheja bereits mit 2:0, dann verlor Oostwouder den Faden, gab zwei Sätze ab und stand im fünften Satz beim 3:7-Rückstand kurz vor dem K.O.. Seine Niederlage hätte den 5:5-Ausgleich bedeutet, doch er kam zurück ins Match und vollendete seinen dritten Matchball zum viel umjubelten 11:9, was Indelands 6:4-Sieg zur Folge hatte.

TTC-Cheftrainer Miroslav Broda strahlte: „Ich habe immer an Ewout geglaubt und an ihm festgehalten. Es hat mich ganz besonders gefreut, dass er den entscheidenden Punkt gemacht hat. Das gibt uns viel Auftrieb im Rennen um die Meisterschaft.“