Titz: Der Titzer Pfarrcäcilienchor blickt auf eien 140-jährige Geschichte zurück

Titz: Der Titzer Pfarrcäcilienchor blickt auf eien 140-jährige Geschichte zurück

„Eine Sprache, die keinen Dolmetscher braucht und grenzenlos ist, ist die Sprache der Liebe und der Musik. Wer sollte nicht ein Lied auf den Lippen haben, der in seiner Seele um Gott weiß.“ Solchermaßen poetisch veranschaulichte Pfarrer i.R. Rafael Claes den Wert der Kirchenmusik.

Anlass war eine Festmesse zum 140-jährigen Bestehen des Pfarrcälicienchores St. Cosmas und Damian zum Cäcilienfest in der Titzer Pfarrkirche.

Der jubilierende Kirchenchor sang die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert im beliebten dreistimmigen Chorsatz von Pasquale Thibaut, dirigiert von Dr. Christa Oligschleger unter Orgelbegleitung von Dominik Lorenz. Eine Rede des Vorsitzenden Werner Tönnesmann schloss sich Claes‘ Predigt an.

Wie die wenigen vorhandenen Unterlagen nachweisen, wurde der Chor, der „den Kirchengesang pflegte“, 1877 als Männergesangverein „Amicitia Titz“ gegründet. Ein Totenzettel lässt allerdings eine mindestens 50 Jahre frühere Gründung vermuten.

1934 verstärkten sechs Frauen unter Leitung von Theodor Corsten den Cäcilienchor. Mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ pflegten die weiblichen Mitglieder schon vorher die sakrale Volksmusik in der „Jungfrauen Kongregation Titz“.

81 Kinder

Eine Knabenchorschola gab es zudem von 1951 bis 52 unter dem Dirigat von Studiendirektor Hans Dohmen. Ein Kinderchor mit insgesamt 81 Kindern ergänzte das Titzer Chorangebot von 1978 bis 1985. In der Zeit von 1877 bis heute schwangen neun Chorleiter den Taktstock, insgesamt 52 Jahre davon war der 2004 verstorbene Matthias Corsten Chorleiter. 1988 bestand der Kirchenchor aus 23 Frauen und 15 Männern, heute singen noch elf Frauen und vier Männer. Zum Ensemble zählen auch Damen und Herren aus dem inzwischen „als ruhend gemeldeten“ Kirchenchor Mündt-Opherten.

Warum wird gerade das 140-jährige Jubiläum gefeiert? Tönnesmann beklagte den hohen Altersdurchschnitt und fehlenden Nachwuchs und befürchtet das baldige „Aus“. Eindringlich bat er um Unterstützung des Kirchenchores „zum Lobe Gottes und aus Freude am Gesang“. Geprobt wird dienstags von 20 bis 21.30 Uhr.

Besondere Dankesworte richtete der Vorsitzende an Chorleiterin Dr. Christa Oligschleger, Organist Dominik Lorenz „aus dem Clan der Familie Corsten“ und an Martina Sowa, die, „immer, wenn es bei uns eng wird“, den Chor gerne mit ihrer Stimme und an der Orgel unterstützt. Ein ganz besonderes Dankeschön galt dem Zelebranten Pfarrer Claes, der „immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat“. Ein kleiner Umtrunk unter der Empore für alle Anwesenden schloss sich der Festmesse an.

(ptj)