Jülich: Der Schlossplatz in Jülich soll deutlich grüner werden

Jülich: Der Schlossplatz in Jülich soll deutlich grüner werden

Der Schlossplatz in Jülich soll Veranstaltungsort bleiben, zugleich aber wieder einen stärkeren Park-Charakter erhalten. Das empfiehlt der Arbeitskreis Schlossplatz, der im Auftrag des Stadtrates „ein Konzept zur Verbesserung des Erscheinungsbildes des Schlossplatzes” erarbeiten sollte.

Zuvor waren die deutlichen Abnutzungsspuren durch die zunehmende Dichte von Großveranstaltungen teils hitzig diskutiert worden waren.

Nach Meinung des Arbeitskreises unter Vorsitz der Sozialdezernentin Katarina Esser sollte für Veranstaltungen die Mittelfläche so ertüchtigt werden, dass die (Schotter-) Rasenfläche erhalten bleibt und der Park-Charakter unterstrichen wird. Mit diversen Pflanzmaßnahmen - vorgeschlagen werden mobile Pflanzkübel - würde das 40.000 Euro kosten. Unter dem Strich ergibt sich für das komplette Areal ein Finanzrahmen von 90.000 Euro - ohne Montage- und Personalkosten.

Beschafft werden sollen etwa Pflanzkübel, Bäume, Sträucher, Blumen. Granulat, Parkbänke und Papierkörbe, um das „Bepflanzungs- und Möblierungskonzept” zu realisieren. Die Organisatoren der Veranstaltungen „werden gebeten, sich mit einem finanziellen Beitrag an der Bepflanzung zu beteiligen. Gegegebenfalls könnten sie auch Pflanzkübel und/oder Sitzmöbel sponsern”, heißt es in dem Eckepunktepapier.

Zur Auswahl stehen etwa: Holz-/Stahl-Pflanzkübel für 1700 Euro das Stück, Säulengingko für 925 oder die Bank Elegance Wood für 1450 Euro.

Auf dem Schlossplatz sollen weiterhin die Zeltdisco an Weiberfastnacht, der Kunsthandwerkerinnenmarkt, das Weinfest, der Weihnachtsmarkt, Frühjahrskirmes/Frühjahrsfest, die Europäische Puppenbühne sowie das Erntedank- und Stadtfest stattfinden. Eine Empfehlung für das Spielfest der Betriebssportgemeinschaft des Forschungszentrum wurde zunächst zurückgestellt, das Veranstaltungskonzept für 2013 soll abgewartet werden. Das Fest des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) findet mittlerweile im Brückenkopf-Park statt. Der Ort des Frühlingsfestes des Vereins Fliegenpilz wurde bereits verlegt und die Initiative „Konsum um jeden Preis” ist, da „einstimmig abgelehnt”, in den Brückenkopf-Park ausgewichen.

Auch in anderen Teilbereichen des Schlossplatzes sieht der Arbeitskreis Handlungsbedarf, da durch das Wachstum der Bäume mittlerweile größere Teilbereiche im Schatten liegen und daher kein Rasen mehr sprießt. Den Baumbestand auszulichten wird aber abgelehnt, empfohlen wird eine optische Aufwertung mit schattenverträglichen Pflanzen.

Bei den insgesamt fünf aufgestellten Denkmäler und Exponaten vermisst der 16-köpfige Arbeitskreis einen „roten Faden”. Moderne Infopoints sollen Aufklärung bieten, weil Bürgern und Besuchern „eine selbstständige Einordnung und ein Verständnis nur schwer möglich” sei, heißt es mit Blick auf das Kaiserdenkmal, das an den 99-Tage-Regenten Friedrich III. erinnert, den römischen Sarkophag, die beiden Mahnmale, die an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau erinnern, sowie das Teilstück der Berliner Mauer.

Letzteres soll einen neuen Platz in der Stadt erhalten, und die beiden Mahnmale an der Könstraße sollen eingefriedet werden. Neue Objekte sollen nicht mehr aufgestellt werden.

Die Hauptverkehrsachse des Platzes wird von der Kurfürstenstraße kommend „mit Pollen geschlossen”. Außerdem sollte der gesamte Bereich um den Kiosk überplant und „eine neue Nutzung ins Auge gefasst werden”. Der Zustand der öffentlichen Toiletten dort führt immer wieder zu Beschwerden. Zudem wird in den Treppenabgängen zur unterirdischen WC-Anlage Müll wild entsorgt.

Allerdings macht der Arbeitskreis bei seinem Schlossplatz-Konzept den Vorbehalt, dass „eine Verbesserung des Erscheinungsbildes nur dann zu erreichen ist, wenn die erforderlichen personellen Ressourcen im Bauhof bereitgestellt werden. Nur so lassen sich die Pflege und Unterhaltung des Platzes dauerhaft sicherstellen”, heißt es an die Adresse der Fachausschüsse des Stadtrates, die mit den Empfehlungen nun eine Beratungs- und Beschlussgrundlage haben.

In den vergangenen Jahren hat die Personalreduzierung im Bauhof dazu geführt, dass bei der Pflege und Instandhaltung des Schlossplatzes noch nicht einmal die beschlossenen Mindeststandards gewährleistet werden.