Jülicher Land: Der Public-Viewing-Knigge: Jubeln ja, Tröten nein

Jülicher Land: Der Public-Viewing-Knigge: Jubeln ja, Tröten nein

Einfach Fußball gucken ist nicht mehr: Schon gar nicht, wenn die Weltmeisterschaft ins Haus steht. Die ist zwar nicht im eigenen Lande. Aber wenn Poldi, Klose und Co. in Südafrika um den Pokal kicken, wird auch in Deutschland mitgefiebert.

Jogis Jungs können am Freitag noch ausspannen, aber wer ein echter Fußball-Fan ist, der fiebert auch dem Auftaktspiel Südafrika gegen Mexiko entgegen. Anfpiff in Johannesburg ist um 16 Uhr. Es bleibt also noch ein wenig Zeit, sich WM-fit zu machen. Damit die Fußballfans bestens gerüstet sind, haben wir den WM-Check gemacht. Wo gibt es die besten Public-Viewing-Partys? Welcher Fan-Artikel darf auf gar keinen Fall fehlen?

Kitsch ist „in”

Damit der wahre Fan als solcher erkannt wird, gibt es allerlei schwarz-rot-goldenen Schnickschnack zu erwerben - wahlweise natürlich auch in anderen Landesfarben - von der Fahne über den trendigen Cowboyhut, vom Schminkstift bis zur Vuvuzela-Tröte. Viele Geschäfte in und um Jülich haben eigene WM-Fan-Ecken eingerichtet. Von der Autofahne bis zum Flaschenöffner ist alles zu bekommen.

„In” ist, was auffällt: „Ein Must-Have sind Atzen-Brillen in Deutschland-Optik. Und ja, trotz der Streifen sieht man dadurch echt viel”, sagt Kalle Beaujean vom Kö3.

Auch das Knabberzeugs gibt es im weltmeisterlichen Outfit: Burgerbrötchen mit schwarz-weißem Fußballmuster, Kicker-Torten oder der Riesen-Eimer Kartoffelchips ... „Wenn auch kitschig und manchmal rausgeschmissenes Geld - Spaß macht es trotzdem. Die WM ist ja nur alle vier Jahre”, spricht ein Jülicher vielen Fußballfans aus der Seele.

Und spätestens seit dem Sommermärchen 2006 wissen wir: Rudelgucken ist schöner als Fernsehen. Gelegenheit dazu gibt es im Kulturbahnhof. „Wir werden alle Spiele der deutschen Mannschaft übertragen”, sagt Cornel Cremer, Leiter des KuBa. Jogis Jungs können die Fußballfans auf der Kino-Großbildleinwand sehen. 18 Quadratmeter misst das gute Stück. Näher am Spiel ist man auch im Stadion kaum.

Warm-up-Programm

„Das wird mit Sicherheit wieder ein großes Event”, fiebert Cremer der Weltmeisterschaft entgegen. Alle anderen Partien werden in der Kneipe des KuBa gezeigt, Beginn ist an den Spieltagen jeweils um 16 Uhr. Bei den Spielen der deutschen Jungs startet das Warm-up-Programm von Uwe Mock immer eine Stunde vor Spielbeginn. Ist das Wetter gut, gibt es Stadionwurst und Schwenksteak vom Holzkohlegrill.

Die letzten Vorbereitungen werden am Café Liebevoll getroffen. „Wir sind dabei, die Leinwand aufzubauen”, sagt Inhaber Benjamin Loevenich. 2,10 mal 3,70 Meter ist das gute Stück. „Ausgestattet mit hoch auflösendem Rückprojektionsbeamer ist auf der auch bei Sonnenschein alles wunderbar zu sehen”, betont Loevenich.

Glasflaschen, Gas-Tröten und Vuvuzelas sind beim Public Viewing verboten. „Zu laut”, sagt Hans Pinell vom Jülicher Ordnungsamt. Dass das eingehalten wird, dafür sorgen Ordner. Los geht es immer eine Stunde vor dem Spiel. Ab dem Viertelfinale werden restlos alle Partien gezeigt.

Auch im Irish Pub McMüller gehts rund. Gezeigt werden die Spiele im Inneren auf der Leinwand sowie im Außenbereich. Aber ob Walter Müllers Tipp am Ende in Erfüllung geht? „Deutschland gegen USA, das wär doch ein tolles Finale”, sagt der gebürtige Amerikaner mit deutschem Herzen.

In gut viereinhalb Wochen werden wir wissen, ob er damit wirklich richtig liegt. Also: Auf gehts oder wie die südafrikanischen Fuballfans sagen: Bafana! Bafana!