Jülich: Der Kulturbahnhof Jülich bekommt ein Facelifting

Jülich : Der Kulturbahnhof Jülich bekommt ein Facelifting

Als der Jülicher Bahnhof noch keine Kultur kannte, da waren die drei großen Fronttüren oft in Bewegung. Sie bildeten eben den Hauptzugang zur Bahnhofshalle. Seit der klar strukturierte Nachkriegsbau, der architektonisch ohne Firlefanz auskommt, ein multikulturelles Zentrum mit Kneipe, Kino, Konzertsaal und vielem mehr ist, sind die drei Pforten vor allem für Ortsfremde irritierend, denn sie sind zu, weil sie die Rückwand des Veranstaltungssaales bilden.

Der Eingang zum Kulturbahnhof befindet sich links davon. Daran ändert sich auch nichts, wenn in gut zwei Monaten die Arbeiten an der ­Front des KuBa beendet sind, doch Optik und Komfort verändern sich sehr wohl, denn dem Gebäude wird eine Art Facelifting verpasst.

Die Treppe vor dem alten dreitürigen Bahnhofshaupteingang verschwindet, die alten Pforten werden durch neue Fenster ersetzt, davor gibt es Sitzblöcke. Links davon entsteht ein neues großzügigeres Eingangspodest am Kulturbahnhof. Foto: Stadt Jülich

Die Treppenstufen zum ehemaligen Haupteingang werden nicht mehr benötigt und sind — wie auch die an der linken Seite — nach weit über 60 Jahren ramponiert und beschädigt. „Wir nehmen die Treppe weg in Gänze. Sie hat keine Funktion mehr“, sagt Agnes Müller, Projektleiterin bei der Stadtverwaltung.

Das vorgezogene Mittelgebäude des Bahnhofs wird zudem mit vier großen neuen Fenstern im Erdgeschoss ausgestattet, die die alten Türen ersetzen, und dreien im Obergeschoss. Da die jetzigen Stufen häufig auch als Sitzgelegenheit von KuBa-Gästen genutzt wurden, gibt es hierfür Ersatz. In etwa zwei Metern Entfernung zum Gebäude kommt eine Reihe Steinblöcke zu stehen. Mit dieser Maßnahme werden laut Planerin Müller „die Proportionen wieder hergestellt und die alte Funktion ersetzt: Man kann sich niederlassen“.

Wesentlicher Bestandteil der Bauarbeiten am Kulturbahnhof ist aber das Schaffen einer neuen Eingangssituation links. „Das war ja nie als Eingang wirklich zu erkennen“, berichtet KuBa-Geschäftsführer Cornel Cremer aus langer Erfahrung. Jetzt freut er sich auf die neue und vor allem großzügigere Situation — ein Podest —, die entstehen wird. Die Rampe, die für den barrierefreien Zugang zum Kulturbahnhof sorgt, wird angepasst. In der Summe gibt es mehr Platz, so dass sich beim Eintritt oder Verlassen des Saalvorraums nicht mehr alles „knubbelt“.

Das Kino im Kulturbahnhof hat laut Cornel Cremer am 9. Juli seine letzte Vorstellung vor einer zweiwöchigen Pause. Im August startet das Open-Air-Kino im Brückenkopf-Park — diesmal mit Vorstellungen an den fünf Freitagen in dem Monat. Anfang September soll das Kino wieder im KuBa-Saal gezeigt werden. Es bleiben also vom 10. Juli bis Ende August knapp acht Wochen für die Bauarbeiten.

Im Haushalt steht ein Kostenrahmen von 112.000 Euro zur Verfügung, und die „Ausschreibungen haben unsere Planung bestätigt“, sagt Leo Heuter, Leiter des Hochbauamtes. Die Stadt hat in den vergangenen 21 Jahren in Etappen viel Geld in den Kulturbahnhof gesteckt. „Das ist das Haus der kleinen Schritte“, erklärt Leo Heuter — und das werde sich nicht ändern.

Der Austausch von nun sieben Fenstern sei erst der Anfang. „Wir werden sukzessive Mittel im Haushalt anmelden“, so Amtsleiter. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung habe immer hervorragend funktioniert, lobt Cornel Cremer, der Kulturbahnhof sei ein großes und altes Haus, in dem eben viel zu tun bleibe. Die jetzigen Arbeiten bewertet er eindeutig: „Das ist eine große Aufwertung für das Gebäude.“

Die neue Eingangssituation könne sich auch bezahlt machen, wenn auf der Freifläche hinter der Einrichtung möglicherweise eine Stadthalle angebaut wird. Der Geschäftsführer brennt jedenfalls auf die Ergebnisse des ausgeschriebenen Studentenwettbewerbs, der hierfür Vorschläge erbringen soll. Sie müssten in den nächsten Wochen vorliegen.

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