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Der Hahn soll zurück auf der Kirche in Lich-Steinstraß

St. Andreas und St. Matthias : „Auf die Kirche gehört ein Hahn!“

Der Gemeinderat hat sich ein Ziel gesetzt: „Der Hahn muss auf’s Dach.“ Nämlich auf das Dach des Kirchenturms von St. Andreas und St. Matthias.

„Der Hahn auf dem Kirchendach hat viele Bedeutungen. Zum einen kann dadurch an die Verleugnung des Petrus erinnert werden, bei dem der Hahn eine wichtige Rolle spielt“, sagte Pfarrer Josef Wolff und weiter: „Andererseits kann der Hahn als Wächter der Kirche gesehen werden und erinnert zum anderen an die Symbolik der Sonne im Zeichen der Auferstehung.“

Für die Besucher der Kirche, die seit mehreren Jahrzehnten ohne Hahn auskommen müssen, ist die Sache einfach. „Auf die Kirche gehört ein Hahn“, sagte Hans-Leo Hambloch, der ein Vorsitzender des Gemeinderates ist.

Nach dem Abriss durch den Tagebau und nach der Umsiedlung des Stadtteils wurde am 19. September 1986 der Grundstein für eine neue Kirche gelegt. Als es Anfang 2013 in der Gemeinschaft der Gemeinden (kurz GdG) Änderungen gab, wurde auch der Gemeinde Lich-Steinstraß mehr Eigenverantwortung gegeben und ein eigener Gemeinderat wurde gegründet.

Seitdem hat sich der Rat erfolgreich für zwei Bitten der Gemeinde eingesetzt. So Willibald Pahsen, ebenfalls Gemeinderatsvorsitzender: „Wir haben Abbilder unserer Heiligen St. Matthias und St. Andreas in die Kirche gebracht und einen Kreuzweg geschaffen. Nun muss der Gockel auf’s Dach. Seit sich der Gemeinderat gegründet hat, ist er für uns ein Thema.“

Für diesen sei nach dem Neubau der Kirche schlicht kein Geld mehr dagewesen, wie Matthias Ingermann, seines Zeichens Gemeinderatsmitglied, mitteilte. Außerdem habe der alte Hahn, der bei der alten Kirche sein Zuhause auf einem spitz zulaufenden Kirchenturm gefunden hatte, nicht mehr zu dem flacheren Dach des neuen Turmes gepasst.

Hahn muss ausgependelt werden

Seit zwei bis drei Jahren steht der neue Hahn im Eingangsbereich des Andreashauses – wann er es auf dem Turm schafft, ist ungewiss. Nach einem bereits vorliegenden Entwurf wurde dieser von Heinz-Willi Dahmen in „vielen Stunden Kleinstarbeit“ hergestellt, wie Ortsvorsteher und Gemeinderatsmitglied Peter Wilden sagte. Wilden weiter: „Besonders musste darauf geachtet werden, dass der Hahn ausgependelt ist, damit der nicht kippt und sich im Wind mitdrehen kann.“ Auch die Verankerung, auf der das Federtier auf dem Turmdach angebracht wird, ist bereits fertig.

Allerdings ist „der Gockel“ damit noch nicht auf dem Turm. „Die Unterbaukonstruktion, bei dem noch Stahlträger unter dem Dach angebracht werden müssen, fehlen noch. Außerdem müssen noch kleinere Änderungen am Abgasrohr vorgenommen werden“, sagte Ingermann und Pahsen weiter: „Darüber hinaus brauchen wir noch einen Kran, um alles nach oben zu bringen. Das kostet.“

Die Kosten werden auf rund 10.000 Euro geschätzt. Davon fehlen noch 8000 bis 9000 Euro. „Wir werden als Gemeinderat keinen Kredit aufnehmen. Der Hahn kann erst auf’s Dach, wenn das Geld zusammen ist“, schilderte Pahsen. Dafür hat man sich schon etwas einfallen lassen. So soll das kommende Pfingstfest, bei dem Gelder für den Hahn gesammelt werden, unter dem Motto „Wir feiern, bis der Hahn kommt“ stattfinden.

Außerdem steht der Hahn nicht ohne Grund im Eingangsbereich. Momentan sind an dem Vogel Infozettel angebracht. Darunter Daten für das Konto der Pfarrei Heilig Geist Jülich, bei dem unter dem Verwendungszweck „Turmhahn St. A & M“ für den Hahn gespendet werden kann. Die IBAN lautet: DE5239550110 1398999134. Auf einem Flyer ist zu lesen, dass ab einer Spende von 50 Euro eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden kann.