Linnich: Der Grundschulverbund Linnich strebt seine Auflösung an

Linnich : Der Grundschulverbund Linnich strebt seine Auflösung an

Ähnlich wie in der Nachbarstadt Jülich ist der Andrang zur Offenen Ganztagsschule (OGS) beim Grundschulverbund der Stadt Linnich ungebrochen groß. Die OGS umfasst zurzeit vier Gruppen (100 Kinder) für den Ganztag und eine Gruppe (30 Kinder) für den Mittag.

Nach Ende des Anmeldeverfahrens zeichnet sich nun ab, dass 17 Kinder im Ganztagsbereich und elf Kinder beim Mittagsbereich im kommenden Schuljahr keinen OGS-Platz bekommen werden.

Um diesem Umstand abzuhelfen, hatten OGS-Leiterin Silvia Wilden und Susanne Kösters, die Schulleiterin des Grundschulverbundes Linnich, zuletzt intensive Gespräche geführt, wie Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker am Mittwoch im Schulausschuss verriet, wo die Erweiterung der OGS zur Debatte stand.

„Wir können nur ein Provisorium bieten“, bedauerte die Bürgermeisterin beinahe den Vorschlag, den Wilden und Kösters mit der Verwaltung ausgearbeitet hatten. Problematisch ist insbesondere die Raumfrage für eine weitere Betreuungsgruppe, die gemischt sowohl mit Ganztags- als auch mit Mittagskindern bestückt werden soll. Zudem bereitete offenbar die Zahl der Toiletten für die OGS-Gruppen und das Personal zunächst Kopfzerbrechen, doch nach Rücksprache mit der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich, die inzwischen ebenfalls Räume im ehemaligen Hauptschulgebäude nutzt, sind sämtliche Raumfragen zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst worden.

Das gilt auch für die höheren Kosten, die mit der OGS-Erweiterung verbunden sind. Die höheren Personalkosten werden durch höhere Einnahmen aus Zuweisungen des Landes und Elternbeiträge gedeckt, während die Mehrausgaben für die Ausstattung des Gruppenraums durch Kürzungen im Bereich Grundschulen aufgefangen werden. So ist geplant, die Anschaffung eines Smartboards (von zweien) zu verschieben.

Nach der einstimmigen Empfehlung der OGS-Erweiterung am Mittwoch im Schulausschuss war die Bestätigung des Beschlusses am Donnerstag im Stadtrat nur noch Formsache.

Die Tage des seit vier Jahren bestehenden Grundschulverbundes in Linnich sind ohnehin gezählt. Die Schulkonferenz hatte bereits mit Schreiben vom 27. Februar die Stadt Linnich als Schulträger darum gebeten, das Verfahren zur Auflösung des kleineren Standortes — in diesem Falle der Katholischen Grundschule (KGS) — in Gang zu setzen und dem verbleibenden Standort einen neuen Namen zu geben, „der von allen getragen wird“, wie Schulleiterin Susanne Kösters seinerzeit im Schulausschuss anfügte. Das gemeinsame Schulleben sei inzwischen „gelebte Praxis“.

Zwar sei die Grundschule keine Bekenntnisschule mehr, doch die KGS-Schwerpunkte seien weiterhin Bestandteile des Schulprogramms, sagte Kösters seinerzeit. Als „längst überfällig“ lobte Marlies Bange (SPD) die nun angedachte Auflösung des Grundschulverbundes, die noch nicht vollzogen ist.

(ahw)
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