Jülich: Der Feuerwehrnachwuchs in Jülich rollt nicht nur Schläuche auf

Jülich: Der Feuerwehrnachwuchs in Jülich rollt nicht nur Schläuche auf

Freiwillige Feuerwehr ist ein freizeitintensives Hobby. Regelmäßige Aus- und Fortbildung nehmen einen sehr hohen Stellenwert ein, denn einem Feuer ist es egal, ob da nun eine freiwillige Feuerwehr oder eine Berufsfeuerwehr anrückt.

Doch wie begeistert man heute Menschen, sich in der Freizeit freiwillig für seine Mitbürger einzusetzen? Genau an dieser Stelle kommt die Jugendfeuerwehr ins Spiel.

Bereits ab einem Alter von zehn Jahren können sich Mädchen und Jungen aus dem gesamten Stadtgebiet bei der Jugendfeuerwehr Jülich engagieren. Sie werden langsam und ihrem Alter entsprechend mit dem Thema Feuerwehr vertraut gemacht. Sobald die Jugendlichen 18 Jahre alt sind, können sie am Einsatzdienst der freiwilligen Feuerwehr teilnehmen und stehen somit rund um die Uhr ihren Mitbürgern zur Verfügung. Zurzeit sind ca. 70 Mädchen und Jungen aus allen Stadtteilen bei der Jugendfeuerwehr aktiv.

Daraus entsteht eine hohe Verantwortung für die Jugendfeuerwehr Jülich. Es gilt nicht nur, die Jugendfeuerwehrmitglieder innerhalb von acht Jahren auf den Dienst in der aktiven Wehr vorzubereiten. Aufgrund der Altersstruktur ist die Jugendfeuerwehr auch eine normale Jugendorganisation, die einen Erziehungsauftrag hat.

Soziale und zwischenmenschliche Aspekte gehören genauso wie Technik und Taktik ins Ausbildungsfeld. Deshalb geht es bei der Jugendfeuerwehr nicht nur darum Schläuche zu rollen, sondern auch um Spaß und Spiel, Ausflüge und Besichtigungen sowie gemeinsame Feiern. Beispielsweise wird jährlich eine Tour in ein Freizeitbad oder einen Hochseilkletterpark organisiert, es werden Sportmöglichkeiten und eine Erste Hilfe Ausbildung angeboten.

Der Höhepunkt ist aber sicherlich immer die Ferienfahrt in den Sommerferien. Knapp zwei Wochen lang sind die Nachwuchsbrandschützer aus Jülich dann irgendwo in Deutschland unterwegs. So wurden in den letzten Jahren zum Beispiel schon Fahrten nach Wolfsburg, in die Pfalz, an den Alpenrand, an die Ostsee oder zuletzt in die Hauptstadt Berlin unternommen. Tagestouren, der Besuch von Freizeitparks und die jährliche Weihnachtsfeier runden das sonstige Programm der Jugendfeuerwehr ab.

Einfache Grundlagen

Der technische Teil innerhalb der Jugendfeuerwehr beinhaltet vor allem eine Stufenausbildung. Die Jugendlichen lernen zunächst einfache Grundlagen und können diese in einer Prüfung unter Beweis stellen. Die Anforderungen steigen mit jeder erfolgreichen Prüfung etwas an. Sie sind aber immer dem Alter und Können der Jugendlichen angemessen und werden mit Abzeichen und Urkunden belohnt. Handwerkliches Geschick, Teamarbeit, schnelles und präzises Handeln sind dabei nur einige der Punkte, die innerhalb der Ausbildung bei der Jugendfeuerwehr vermittelt werden.

Das größte Privileg, dass die Mitglieder der Jugendfeuerwehr genießen, ist die Teilnahme an der Grundausbildung der aktiven Feuerwehr. Noch vor dem 18 Lebensjahr können sie schon an der Grundausbildung zur Feuerwehrfrau/zum Feuerwehrmann teilnehmen. Mit dem Wechsel in die aktive Einsatzabteilung stehen ihnen dann sofort weiterführende Lehrgänge wie Sprechfunker, Maschinist und Atemschutzgeräteträger offen.

Aus diesen Aufgaben entsteht für die Ausbilder in der Jugendfeuerwehr ein hohes Verantwortungspotential. Um diesem gerecht zu werden, werden die Jugendfeuerwehrwarte in speziellen Lehrgängen regelmäßig aus- und fortgebildet. Themen wie Rechte und Pflichten rund um die Jugendarbeit, Pädagogik, Methodik und Didaktik stehen genauso auf dem Unterrichtsplan wie Prävention und Konfliktmanagement. Außerdem können Lehrgänge zur Vorbereitung auf die erwähnten Jugendfeuerwehrprüfungen besucht werden.

Wer Interesse an der Arbeit der Jugendfeuerwehr hat findet sie unter www.jugendfeuerwehr-juelich.de

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