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Angebotsvielfalten und Attraktionen : Der 529. Korneliusmarkt lockt Massen nach Rödingen

Angebotsvielfalten und Attraktionen : Der 529. Korneliusmarkt lockt Massen nach Rödingen

Sonne, Menschenmassen und Angebotsvielfalt prägten die 529. Auflage des Korneliusmarktes in Rödingen. „Es geht darum, die Tradition weiterzuführen“, betonte Organisator und Triebfeder Willi Hintzen. Als „Primus inter pares“ (Erster unter Gleichen) ist dieser gefühlt bereits seit 500 Jahren Gesicht des Marktes, wie Bürgermeister Jürgen Frantzen es bei der Begrüßung augenzwinkernd formulierte.

Gleichzeitig sangen beide ein Loblied auf die Vereine, die sich dort präsentieren und für den Zusammenhalt des Dorflebens stehen.

Sonne, Menschenmassen und Angebotsvielfalt prägen das Marktbild in Rödingen. Foto: Jagodzinska

Gemeint sind der Sportverein Rödingen-Höllen, Organisator der traditionellen Herbstkirmes, die KG Rot-Gold Rödingen-Höllen, die schon so oft mit ihren Tanzgruppen das Bühnenbild prägte, die Schützenbruderschaft St. Sebastianus, die unter anderem ihr „Lichtschießen“ für Kinder bewarb, und nicht zuletzt der „sehr lebendige“ Historetten-Verein, der stets zum Kor­neliusmarkt eine neue Ausgabe präsentiert. Zum Inhalt des aktuellen Heftes zählen die Arnoldus-Legende, eine Geschichte vom „Bettenhovener Buschgespenst“ oder „Fronleichnam in de Hell“ (Höllen).

„Etliche Wiederholungstäter“

55 von 61 Ausstellern, etliche darunter „Wiederholungstäter“, prägten mit ihrer ausgewogenen und hochwertigen Offerte das gewohnt stimmige Gesamtbild mit familiärem Touch. Die breit gefächerte Palette reichte von charmanten ländlichen Kürbisarrangements, Tee, Kräutern, Marmeladen und Gewürzen über Holz-, Leder- und Stahlwaren bis hin zu Haushaltswaren und meist handgefertigter Bekleidung. Eine Stimme unter vielen aus den Reihen der Marktbeschicker ist Stahlwaren-Fachmann Andreas Grawunder aus Solingen: „Die Fahrt zum Korneliusmarkt ist meine weiteste Strecke, ich muss am frühesten aufstehen. Aber du glaubst gar nicht, wie gerne ich nach Rödingen komme.“

Seit Schließung der Dorfschule fehlen die Kinder, die maßgeblich das Bühnenprogramm und das Marktbild bestimmten. So lud Hintzen den Kindergarten St. Kornelius ein und garantierte ihnen Freifahrten auf dem Karussell des Rödinger Schaustellers Bert Cremer — sie erschienen in Scharen mit ihren Betreuerinnen. Neu unter den Anbietern war etwa „Seifenblasenmann“ Alfred Schönfelder, der mit der Hilfe von Kindern Riesenseifenblasen in den bizarresten Formen entstehen ließ, oder „Werker‘s Erbsensuppe“ aus Simmerath. Letzterer ergänzt die beliebte Rödinger Schlemmermeile ansässiger Anbieter. Ein alter Gast ist „Ballonclown“ Helmut Rüttgers aus Inden/Altdorf, der seinen gesamten Erlös in einen Topf zugunsten kranker Kinder wirft.

Eine Augenweide beim Korneliusmarkt ist traditionell die Landmaschinenmeile mit alten und neuen Exemplaren. Überragt wurde sie diesmal von einem modernen Rübenroder mit sechsreihigen Selbstfahrer-Motoren und eine 7,50 Meter breite Bodenbearbeitungsmaschine. Zu den ältesten Pendants zählte ein Deutz-Trecker aus 1951 mit 15 PS, einem Hubraum von 1330 Zentimetern und 1650 Umdrehungen in der Minute.

Führungen durch Landsynagoge

Gerne in Anspruch genommen wurden die kostenlosen und anonymen Reaktions- und Sehtests der Verkehrswacht Jülich oder die Gratis-Führungen durch die ehemalige Synagoge des LVR-Kulturhauses, das sich seit vielen Jahren an der Marktgestaltung beteiligt.

Musikalische Akzente setzte am Nachmittag Sängerin und Gitarristen Virginia Lisken, Tanz und Fitness vereinte Sabrina Gaspers in ihrer Zumba-Darbietung.

(ptj)