De Frau Kühne fühlt sich im Kuba heimisch

Auftritt im Kulturbahnhof : „De Frau Kühne“ vom Niederrhein fühlt sich in Jülich heimisch

Es gibt im Leben immer wieder Personen, die an allem, was so täglich schief läuft, schuld sein sollen.

Sie haben dann auch immer das Gefühl, dass es egal ist, was sie gerade sagen oder tun, denn es ist grundsätzlich nicht richtig und irgendwann resignieren sie und sagen „Okay, mein Fehler!“, um dann im Anschluss ihre Ruhe zu haben.

Wer sich hier angesprochen fühlt und auch mal richtig lachen möchte, war im Kulturbahnhof bestens aufgehoben, denn De Frau Kühne aus dem niederrheinischen Kerken nahm diese Problematik augenzwinkernd mit einem gehörigen Schuss Ironie aufs Korn und konnte das Publikum mit ihrem losen Mundwerk und zahlreichen lustigen Anekdoten begeistern.

Ihr neues Bühnenprogramm „Okay, mein Fehler!“ erzählt Geschichten, die wohl jeder schon einmal erlebt hat und genau das wirkt auf alle so ansprechend, denn viele erkennen sich in ihrem Alltag wieder. „Die Inspiration hole ich mir tatsächlich im täglichen Erleben, ob es jetzt das Zusammenleben mit meinem Mann und meinem Sohn, das Treffen mit Freunden oder beim Einkaufen ist. Es gibt immer wieder was Neues, was man verwenden kann und meine beste Freundin und mein Mann sind meine Testpersonen, ob meine Ideen auch publikumstauglich sind“ berichtete Ingrid Kühne.

Da sie schon öfter im Jülicher Land vor allem in der Karnevalszeit unterwegs war, fühlte sie sich laut eigener Aussage direkt wie zu Hause. Los ging es auf der Bühne mit der Ablage im Flur, deren Name von den zwei anderen Mitbewohnern ihres Haushalts allzu wörtlich genommen wird und mit dem Problem, den Platz auf dem Wandkalender gerecht auf alle drei Haushaltsmitglieder aufzuteilen. Eine tolle Neuerung ist für ihren Mann Ralf, dass er jetzt den totalen Überblick über das Rausstellen der Tonnen auf die Straße hat dank seiner neuen Müll-App und dass es trotz aller Anstrengung schwer ist, für ihn einen passenden Zahnarzttermin zu finden: jede Episode brachte den ausverkauften Saal zum Lachen.

Auch Alltagsprobleme wie die schwierige mittlerweile Ex-Freundin ihres Sohnes Sven wurden gekonnt gemeistert und auch die Tatsache, das man über die Neue nichts Negatives sagen kann, weil sie ja einfach nur nett ist. Die teilweisen Nicht-Fahrkünste ihres Sohnes, der laut ihrer Aussage ja ab 17 betreutes Fahren machen musste, haben sie manche Nerven gekostet, aber auch diese Herausforderung wurde souverän gemeistert. Es gibt auch manche Enttäuschung im Leben, wenn man zum Beispiel am Drehort der Kinderserie Immenhof in Schleswig-Holstein vorbeikommt und niemand außer einem selbst sich darüber freut, geschweige denn die Sendung überhaupt kennt.

Ausführlich äußerte sie auch ihre Meinung dazu, dass laut Psychologen alte Kindersendungen wie Timm Thaler oder die Biene Maja schädigend wären, aber ein lebender Zeichentrick- Schwamm, der in einer Ananas lebt, normal wäre. Weitere Themen waren Omas uraltes Kaffeeservice, der Geschenketisch für die Hochzeit, für den ihr Mann ursprünglich nur Sachen vom Baumarkt haben wollte und welche Porzellan-Marken es gibt. Bei einem bekannten Namen erkannte sie die Parallelität, dass dieser Hersteller auch Kloschüsseln produziert und was das Wort Kopfkino denn genau meint.

Wie im Flug ging ein unterhaltsamer Abend vorbei und natürlich gab es in Form einer witzigen Aufzugfahrt noch eine Zugabe fürs Publikum. Weitere Infos zum neuen Tourprogramm von De Frau Kühne gibt es unter: www.ingrid-kuehne.de

(bw)
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