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Linnich: Daumen hoch für Neubau der Schirmerschule

Linnich : Daumen hoch für Neubau der Schirmerschule

Der Nebel um die Zukunft der Schirmerschule in Jülich lichtet sich.

Wenn es nach den vier Verwaltungen Jülich, Aldenhoven, Linnich und Titz ginge, könnten bereits die Markierungspflöcke für einen Neubau der Sonderschule in die Erde geschlagen werden. Zwar nicht billig, ist ein Neubau aber die wirtschaftlichste Lösung.

Mit dieser Empfehlung konfrontierte der Jülicher Dezernent Joachim Krause den Schul- und Sportausschuss in dessen erster Sitzung. Und um es vorwegzunehmen: Ausschuss billigte die Empfehlung, indem er einstimmig dem neu zu gründenden Zweckverband „Schirmerschule” als Kardinalaufgabe den Auf- und Neubau der Verbundschule Schirmerschule in die Wiege legte.

„Vor 2008 kommen wir wohl nicht zu Verbundschule, aber wenigsten kommen wir dazu”, tröstete sich Helma Burowski (SPD) über die weitere Verzögerung der seit Jahren diskutierten Strukturveränderung an der Sonderschule in Jülich hinweg.

Bereits vor über einem Jahr hatte der Stadtrat den Beschluss gefasst, die Schirmerschule im Primarbereich in eine Verbundschule für lernbehinderte, sprachbehinderte und erziehungsschwierige Schüler auszuweiten. Allerdings in enger Absprache mit Aldenhoven, Linnich und Titz, die nicht zuletzt finanziell in den räumlichen Ausbau der Schule eingespannt werden.

Ausgehend von einer Zahl von rund 200 Schülern prüfte die Jülicher Verwaltung drei Varianten. Modell 1 sah die Sanierung des jetzigen Schulgebäudes am Propst-Bechte-Platz und einen notwenigen neuen Anbau vor. Die Kosten summierten sich auf 6,25 Millionen plus Pferdefuß: Während der Sanierung müssten die Schirmerschüler knapp zwei Jahre lang in Containern einquartiert werden. Geschätzte Miete für die Klassenquader: 340.000 Euro.

Modell 2 ging von einem kompletten Neubau der Schirmerschule aus. Der sollte für 7,7 Millionen Euro machbar sein. Der Standort ist schon ausgeguckt - zwischen Von-Schöfer-Ring und Stadtrand Jülich, und damit in Sichtweite zum Schulzentrum Linnicher Straße.

Die dritte Variante war im Sommer von der Linnicher Verwaltung ins Gespräch gebracht worden: die Nutzung von Gebäuden auf dem Gelände der Polizeischule Linnich. Eine genauere Prüfung ergab indes einen Sanierungsaufwand von 7,8 Millionen Euro, abgesehen von einem als ungünstig eingstuften Transport der 90 Jülicher Kindern nach Linnich.

Vor diesem Hintergrund lautete das Votum klar: Neubau. Dem müssen die Räte der vier Kommunen zustimmen und gleichzeitig den Zweckverband-Pakt schließen.

Dieser Verband kann vor allen Dingen finanziell freier agieren als eine Kommune, der das Haushaltssicherungskonzept enge Grenzen steckt.

Die Verbandsgründung soll noch vor dem Jahreswechsel in den Nachbarkommunen behandelt und bestenfalls sogar schon beschieden werden. Krause geht davon aus, dass der Zweckverband handlungsfähig ist, sobald sein Genehmigung vorliegt und die Gesellschaftsversammlung gebildet ist.

Dies könnte schon deutlich vor dem 1. August 2005 sein, der als „Geburtstag” des Zweckverbandes Schirmerschule ins Auge gefasst ist.