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Jülich: „Das Nein-Sagen in der Clique ist wichtig”

Jülich : „Das Nein-Sagen in der Clique ist wichtig”

„Be smart - dont start”, heißt der sechsmonatige internationale Wettbewerb für Schulklassen, unterstützt vom Landesgesundheitsamt, dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung sowie der AOK.

Da Studien zufolge hat ein Großteil der regelmäßig rauchenden Erwachsenen bereits im frühen Jugendalter mit dem Zigarettenkonsum begonnen haben, wurden Schüler/innen der sechsten bis achten Klassen als Zielgruppe des Wettbewerbs identifiziert. Dieser ist für Klassen geeignet, in denen mindestens 90 Prozent der Schüler nicht rauchen.

Zu den Teilnehmern gehören die Klassen 6b und 7a des Mädchengymnasiums Jülich (MGJ). Unter Beachtung fest stehender Regeln haben sich die 11- bis 13-jährigen Mädchen vorgenommen, vom 10. November 2003 bis 30. April 2004 nicht zu rauchen.

Im Klassenzimmer hängt ein unterschriebener Klassenvertrag. Weiterhin steht jeder Schülerin eine Verwandte oder Freundin als Vertrauensperson zur Seite, die natürlich deren Verzicht auch bezeugen muss, was in einem Schülervertrag mit Datum und Unterschrift festgehalten wird.

Jede erfolgreich teilnehmende Klasse erhält ein Klassenzertifikat. Als nationaler Hauptpreis lockt eine Klassenfahrt nach Wien. Zudem vergibt jedes Bundesland Geld-, Sach- und Trostpreise. Besonders kreative Aktionen werden mit Sonderpreisen honoriert.

Die 55 Schülerinnen des MGJ, die „es leid sind, von anderen zugequalmt zu werden” und auch den Anblick von im Biounterricht gezeigten Raucherlungen „ziemlich ekelhaft” finden, kommen zur Hälfte aus Raucherfamilien.

Stolz betonen acht Schülerinnen, Vater oder Mutter schon dazu gebracht zu haben, auf das Rauchen zu verzichten. Zahlreiche Projekte, unter ihnen ein Anti-Raucherfilm oder ein Comic, haben sie schon in Eigenregie erstellt, andere, zum Beispiel ein Anti-Rauchertheater oder -buch, folgen.

In ihrer Freizeit eingesammelte Zigarettenschachteln stapeln sich bereits zu einer Raucherpyramide. 117 von geplanten 365 Schachteln sind es schon. Ein Eintrag ins MGJ-Jahrbuch ist sicher.

Natürlich ist den Schülerinnen auch die Unterstützung ihrer Klassenlehrerinnen Jutta Esser und Ute Batfalsky gewiss: „Das Nein-Sagen auch in der Clique ist wichtig und fördert die Vielseitigkeit” und „Es ist sehr wichtig, ein solches Projekt im Rahmen der pubertären Erziehung im Gespräch zu behalten”, betonen die Pädagoginnen.

Für Klassen, in denen bereits viele Schüler rauchen, eignet sich auch das Raucherentwöhnungsprogramm „Just be Smokefree”.