Jülicher Land: Das Jülicher Land fiebert dem EM-Halbfinale entgegen

Jülicher Land: Das Jülicher Land fiebert dem EM-Halbfinale entgegen

Die wohl unvermeidliche Frage der letzten Tage: „Und? Wo guckst Du das Spiel?“ Die Antworten vor dem Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft zwischen Deutschland und Frankreich sind vielschichtig.

Zu Hause mit Freunden, beim „großen“ Public Viewing der Feuerwehr Jülich, im Kulturbahnhof und in Gereonsweiler oder in einer der zahlreichen Gaststätten. Nur in einer kleinen Stadt sitzen Fans auf heißen Kohlen: im Stadtrat Linnich. Der Rat tagt ab 18 Uhr und hat allein im öffentlichen Teil fast 20 Tagesordnungspunkte zu bearbeiten, darunter durchaus wichtige. Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker ist sich aber sicher, „dass wir pünktlich fertig sind“.

Auch in der Gemeinde Titz wurde Vorsorge getroffen. „Man beachte den ungewöhnlich frühen Beginn für unsere Verhältnisse“, sagt Bürgermeister Jürgen Frantzen mit Blick auf die beiden Ausschüsse, die heute tagen. Es geht eine halbe Stunde früher los (18.30 Uhr) als üblich, und die Tagesordnung ist nicht gewaltig.

Beim klassenhöchsten Fußballteam des Nordkreises, Borussia Freialdenhoven, ist das EM-Halbfinale heute integraler Bestandteil der Saisonvorbereitung. Die Mannschaft reist zum Trainingslager nach Schmidt. „Wir werden etwas trainieren, essen und dann zusammen Fußball gucken“, berichtet Trainer Wilfried Hannes, selbst ehemaliger Nationalspieler. Der Coach und Experte ist grundsätzlich optimistisch: „Vom Gefühl her glaube ich, dass uns die Franzosen eher liegen als die Italiener, weil sie mehr versuchen, nach vorn zu spielen. Aber gegen den Ausrichter ist es immer schwer, und die Sperre von Mats Hummels tut sehr weh.“ Torwart Neuer und die beiden Innenverteidiger Boateng und Hummels hält der frühere Nationallibero für „das derzeit beste Defensivdreieck auf der Welt“. Hannes hofft, dass Thomas Müller seine Torflaute beendet und prophezeit: „Mit e_SSRqnem guten Müller gewinnen wir.“

Emanuele Panciera, Inhaber des italienischen Eiscafés in Jülich, hat das Elfmeter-Drama gegen Deutschland im Viertelfinale inzwischen verkraftet: Er hatte damit gerechnet, dass der „Fluch“ der DFB-Elf in Pflichtspielen gegen Italien genau an dem Tag bricht. „Vom Spiel her war es letztlich in Ordnung. Jetzt tippe ich auch auf Deutschland im Halbfinale.“

Den Reigen der unendlichen Fußballweisheiten erweiterte am Mittwoch eine ältere Dame beim Kaffeeplausch zwischendurch in einer Tankstelle des Jülicher Landes: „Wenn mer Jlöck hann, komme mer wigger. Wenn mer Pesch hann, semmer druss.“ Genau so wird es kommen. Ganz genau so.