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Jülich: Das Grün will gebändigt sein

Jülich : Das Grün will gebändigt sein

Sommerzeit heißt Gartenzeit. Wie schön ist es bei tollem Wetter, die Sonnenliegen auszupacken und die Seele einfach nur baumeln zu lassen. Und wenn am Abend die Würstchen auf dem Grill liegen, dann war es ein perfekter Gartentag.

Wer sich glücklich schätzen darf, einen eigenen Garten zu besitzen, der ist sich aber auch darüber im Klaren, dass auch im Sommer einiges in der eigenen „Oase” zu tun ist. Das Rasenmähen allein reicht nicht aus, wenn der Garten perfekt sein soll.

Egal ob Nutzgarten, Obstgarten oder Ziergarten - Naturfreunde, die nicht verreisen, können im Garten einiges tun, um ihn zu verschönern. Gerade jetzt nach der Fußball-Europameisterschaft sind viele Fans mit der Gartenarbeit im Rückstand, da während des Turniers schließlich keine Zeit zum Unkraut jäten war.

Nachzügler

„Die Mischung aus Regen und Wärme während der EM hat die Wildkräuter schnell wachsen lassen. Jetzt wird es höchste Zeit, die Wildkräuter zu entfernen”, erklärt Hans Recker vom Jülicher Kleingärtnerverein Nordpolder.

Hobby- und Kleingärtner haben zahlreiche Tipps, die sie gerne mit anderen Gartenliebhabern teilen. So verrät ein Hobbygärtner aus der Nordpolderanlage, dass der Samen der getrockneten Blüten aus dem Vorjahr leicht als neue Saat wiederverwendet werden kann, denn dies sei ein tolle Alternative zu dem teuren Samen aus den Gartenmärkten. Zum Einsäen neuer Samen ist es zu dieser Jahreszeit allerdings schon zu spät.

„Die Hauptpflanzzeit ist in den Monate April und Mai”, berichtet Gärtnerin Ruth Eßer vom Gartenmarkt Agri Flora in Jülich. „Natürlich kann man vorgezogene Pflanzen jetzt noch in den Boden setzen. Aber mit allen Pflanzen, die in Kübeln stehen, kann man auch jetzt noch den Garten verschönern. Auch Obstbäume und Beerensträucher aus Kübeln kann man jetzt noch in den Boden pflanzen”, sieht sie auch für Nachzügler die Chance, noch eine Oase aus der heimischen Wiese zu zaubern.

Doch auch für Gartenfreunde, die ihre Pflanzen schon vor längerer Zeit gesetzt haben, ist jetzt nicht die Zeit zum Zurücklehnen. Denn viele Sommerblumen und Stauden setzten nach dem Verblühen Samen ab. Dies verlangt von den Pflanzen eine besondere Kraftanstrengung, wodurch neue Blüten nur sehr spärlich kommen.

Auch hierzu haben die Hobbygärtner von Nordpolder und Gärtnerin Ruth Eßer einen Tipp: Welke Blüten müssen sofort abgeschnitten werden. Wer Beerensträucher besitzt, der sollte nach ihrer Ernte die Triebe des Strauchs zurückschneiden. „In dem alten Trieb wächst sonst nichts mehr, da er verhölzt, falls er nicht geschnitten wird. Der Strauch verwildert, wenn er nicht gestutzt wird”, erläutert Hans Recker von Nordpolder.

Auch für Teichliebhaber gibt es noch etwas zu tun. „Teichpflanzen und solche für die Uferregion lassen sich auch in den Sommermonaten setzten”, erklärt Ruth Eßer. Wer noch keinen Gartenteich hat, sich dennoch einen wünscht, der Plan jedoch an der Größe des Gartens scheitert, für den hat die Gärtnerin ein tolle Idee: „Man kann eine Zinkwanne als Miniteich bepflanzen. Das eignet sich besonders für kleine Gärten. Man füllt sie mit Steinen und Wasser und bepflanzt sie mit Teichpflanzen. Besonders gut eignen sich dazu unter anderem Sibirische Schwertlilie, Nadelsimse und der Wasser-Hahnenfuß. Ein solcher âMiniteich eignet sich auch wunderbar für den Balkon.” Im Garten gibt es immer etwas zu tun.