Das Forschungszentrum Jülich öffnet am Tag der Neugier die Tore

Forschungszentrum Jülich : Einen Einblick in Forschung, den man so selten bekommt

Einmal in die Labore der Wissenschaftler schauen – der Tag der Neugier macht‘s möglich. Das Forschungszentrum Jülich öffnet die Tore für Besucher. Mit vielen Angeboten für Groß und Klein.

Wie kann man Solarzellen auch mobil, etwa auf Autos, nutzen? Wie funktionieren sie im Schatten oder bei einem ständigen Wechsel von Licht und Schatten? Und wie kann man Solarzellen effizienter herstellen? Mit solchen und anderen Fragen befasst sich die Photovoltaik-Abteilung des Instituts für Energie- und Klimaforschung am Forschungszentrum Jülich. Antworten oder zumindest einen Einblick in die Beantwortung solcher Fragen kann man am Tag der Neugier am 7. Juli bekommen. Dann öffnet das Forschungszentrum seine Tore für Besucher und lässt sie herein in die sonst nur schwer zugängliche Forschungsstadt.

Dort gibt es einiges zu sehen: Am Institut für Energie- und Klimaforschung wird beispielsweise  ein Solar-Rennauto präsentiert, das von einer Studenteninitiative der RWTH Aachen gebaut wurde und bei dem das Forschungszentrum beratend tätig war. Dieses Auto nimmt sogar an Rennen in Australien teil. Visuell ähnlich beeindruckend sind die Labore, in denen Solarzellen hergestellt werden. Dort erfährt man am Tag der Neugier nicht nur etwas über die Entwicklung und Herstellung gängiger Siliziumzellen, sondern auch über Perowskit-Zellen, an denen gerade geforscht wird. Diese Technologie ist in der Photovoltaik gerade „das, wo neue Rekorde aufgestellt werden“, wie Dr. Jürgen Hüpkes erklärt.

Die Solarzelle der Zukunft

Perowskit ist eine spezielle Kristallstruktur, mit der sich Sonnenenergie in Strom verwandeln lässt. Perowskit-Zellen sind günstig und einfach herzustellen und fast so effizient wie Siliziumzellen. Ihr Nachteil: Sie altern schnell. Studien bestätigen zwar, sie seien stabil, und laut Hüpkes stimmt das auch, allerdings „geht es da nicht um 20 Jahre, sondern um Tage oder Monate“. Siliziumzellen halten dagegen über 25 Jahre. Allerdings kann man Perowskite mit Siliziumzellen kombinieren.

Diese Kombination werde in der Photovoltaik als die Solarzelle der Zukunft gesehen, erklärt Dr. Andreas Lambertz. Er forscht in den Laboren, die am Tag der Neugier ebenfalls besichtigt werden können, an Siliziumzellen. Im Vergleich zu Siliziumzellen, bei deren Herstellung viel mit Hitze und gefährlichen Stoffen gearbeitet wird, ist die Technologie der Perowskit-Zellen recht einfach. Sie eignet sich daher, sie in vereinfachter Form Kindern praktisch nahezubringen. Die Kleinen können nämlich am Tag der Neugier eigene Solarzellen bauen – und diese Herstellung ähnelt laut Hüpkes der einer Perowskit-Zelle. Gefährliche und giftige Stoffe, die man normalerweise im Labor benutzt, werden für den Besuchertag natürlich weggeräumt, versichert Lambertz.

Die Angebote des Instituts für Energie- und Klimaforschung sind nur ein kleiner Teil dessen, was das Forschungszentrum am 7. Juli von 10 bis 17 Uhr bietet. Auch alle anderen Institute gewähren Einblicke in ihre Forschungsthemen. Zusätzlich gibt es ein offizielles Programm auf der Seebühne mit vielen musikalischen Beiträgen. Wer Forschern einmal über die Schulter schauen möchte, der ist beim Tag der Neugier an der richtigen Adresse.

(bwi)
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