Linnich: Collegium Vocale Seoul reißt das Linnich Publikum zu wahren Beifallsstürmen hin

Linnich : Collegium Vocale Seoul reißt das Linnich Publikum zu wahren Beifallsstürmen hin

Ein Chor von Weltklasse bereicherte auf Einladung der Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker den Linnicher Musiksommer. Die Chorleiterin Sun-Ah Kim, die unter anderem in Düsseldorf studierte, nahm die Einladung gerne an, da schon der erste Besuch im vergangenen Jahr neben dem großen musikalischen Ereignis auch viele persönliche Erlebnisse beinhaltete.

Die Chormitglieder sind jeweils zu Gast bei Linnicher Bürgerinnen und Bürgern, so dass durch den persönlichen Kontakt und die liebevolle Betreuung sogar Freundschaften entstanden.

Im ehrwürdigen Raum der alten Evangelischen Kirche bot das Collegium Vocale Seoul sakrale Musik, die unter dem Titel „Kreuz(ung): West und Ost, Nord und Süd — Das Leiden auf der Erde“ stand. In ihren Begrüßungsworten erläuterte Pfarrerin Wiebke Harbeck den Titel, der sinnträchtig für die Werke der Komponisten wie Heinrich Schütz, Edward Elgar, G.F. Sances, Felix Mendelssohn Bartholdy, R. Mauersberger, Kyung-Suk Cheon und K. Nystedt stand.

Die Mitglieder des Chores, der einer der repräsentativsten Chöre in Korea ist, sind alle professionelle Sänger. Sie gelten als Spezialisten für die Barockmusik und haben schon internationale Erfolge und Auszeichnungen zu verzeichnen.

Hohe Chordisziplin

Von der Weltklasse des Chores waren die Zuhörer in der Linnicher Kirche schon nach den ersten Takten überzeugt. Trotz der solistisch geschulten Stimmen war das Bild des Chores von präzisem Einklang. Hohe Chordisziplin, verschiedenste Positionierungen der Sänger im Kirchenraum schufen immer neue und besonders intensive Klangbilder. Große Präzision, die sich jedoch nie in technische Details verlor, klare Stimmführung und äußerst präzise Artikulation ergänzten sich perfekt mit gefühlvoller und emotionaler Interpretation der Werke.

Sehr angenehm war das zurückhaltende, aber äußerst präzise Dirigat der Chorleiterin Sun-Ah Kim, die mit leisen Gesten, Handbewegungen und ausdrucksstarker Mimik die Sängerinnen und Sänger leitete.

Bereichert wurde das Programm durch die virtuose Organistin und Pianistin Su-Jung Lee und die Solistin Sun-Ju Oh, deren reiner, klarer Sopran beim „Stabat Mater“ von G. F. Sances begeisterte.

Höhepunkte waren das innige „Kyrie“ und das strahlende „Ehre sei Gott“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und „Sanctus“ und „Agnus Dei“ aus „Cantus Missae“ von J. Rheinberger. Gewaltiges Klangvolumen entfaltete der Chor bei „Wie liegt die Stadt so wüst“ aus den Klageliedern Jeremiae von R. Mauersberger. Das koreanische Lied der unglücklichen Trostfrau beeindruckte durch seine Eindringlichkeit der Klage und dem Aufblühen der Hoffnung im Traum auf ein anderes Leben.

Dem Chor gelang es einmalig, die Stimmungen und Emotionen der Werke in elegantester Form nachzuempfinden und zu interpretieren. Das Konzert war ein einmaliges Erlebnis, das vom Publikum mit wahren Applausstürmen und Rufen bejubelt wurde. Ihrerseits dankten die Sängerinnen und Sänger großzügig mit Zugaben.