Jülich: Collegium Musicum: Ein Hörerlebnis, das überzeugt

Jülich: Collegium Musicum: Ein Hörerlebnis, das überzeugt

Fast schon traditionell eröffnete das Collegium Musicum sein Sommerkonzert mit einer Ouvertüre. Die Eröffnung zu der Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“ von Beethoven wurde klanglich sehr wirkungsvoll von dem engagiert musizierenden Orchester unter Leitung von Peter Sauerwein präsentiert.

So bestens eingespielt waren die Musiker bereit für den ersten Höhepunkt des Abends. Für das Konzert für Violoncello und Orchester in D-Dur von Joseph Haydn konnte Oliver Mascarenhas als Solist gewonnen werden. Mit diesem ausgezeichneten Cellisten wurde die eher schlichte Komposition durch den virtuos ausgespielten Cellopart zu einem Hörerlebnis.

Dem empfindsamen ersten Satz, dem überzeugend melodischen Adagio und dem vergnüglichen Spielcharakter des Rondo-Finales hauchte der meisterlich interpretierte Cellopart Genialität ein, so dass dieser Beitrag zum ersten Höhepunkt des Abends wurde.

Mit größter Virtuosität, versierter Technik und warmem, singendem Cello Ton musizierte Oliver Mascarenhas den dankbaren Cellopart. Geschmeidig agierte das Orchester, straff geführt von Dirigent Peter Sauerwein. Dem enthusiastischen Beifall dankte der Solist mit zwei Zugaben.

Die große Stunde des Orchesters schlug mit der Aufführung der Sinfonie Nr.8, G-Dur, von Antonio Dvorák. Die Sinfonie gleicht mit ihrem improvisatorischen Charakter eher einer sinfonischen Dichtung.

Besonders klangschön: das Adagio und das Trio des Scherzos, sowie die Nachempfindung der Leichtigkeit der folkloristischen Themen aus der böhmischen Heimat des Komponisten, die er mit unverwüstlicher melodischer Kraft einbaut.

Die Leichtigkeit der Musik, ihren besonderen Charme, die fesselnde Rhythmik, Urwüchsigkeit und eigene Harmonik wurden von Peter Sauerwein und dem Collegium Musicum in großartigem Zusammenwirken herausgearbeitet.

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