Inden: Christoph Meixner stellt Modelle verschwundener Gebäude aus

Inden: Christoph Meixner stellt Modelle verschwundener Gebäude aus

Viele historische Gebäude der Region sind nicht mehr da. Sie wurden im Krieg zerstört oder sind im Zuge des Tagebaus von der Landkarte verschwunden. Christoph Meixner aus Jülich baut sie wieder auf, im Maßstab 1:300.

„Wenn man die Möglichkeit hat, so etwas Altes zu erhalten, dann sollte man das tun“, sagt der pensionierte Physiker. Im Indener Rathaus stellt er seine Arbeiten im Rahmen einer Dauerausstellung in vier Vitrinen aus. Zu sehen sind beispielsweise Modelle der Burg Engelsdorf, der Kommende Siersdorf oder der Pierer Kirche, die vor drei Jahren abgerissen wurde, weil der Tagebau näher rückt.

Die Idee zur Ausstellung im Indener Rathaus war entstanden, als Meixner nach Unterlagen für die alte Indener Kirche gefragt hat. Daraufhin habe ihn der damalige Bürgermeister Ulrich Schuster gefragt, ob Meixner seine Arbeiten öffentlich ausstellen will. Damals habe er noch genügend Exponate gehabt, berichtet der Modellbauer. Aber er habe sich vorgenommen, auf das Angebot zurückzukommen. Und deswegen sei der Kontakt in das Indener Rathaus nie abgerissen.

Fünf Monate für Schloss Merode

Meixner hat fleißig weiter gebaut, Gemeinde-Mitarbeiter Achim Schain hat dafür gesorgt, dass die Modelle ihren Platz finden. Jetzt ist das Ergebnis von vielen Jahren Arbeit zu sehen. „An einem normalen Modell arbeite ich etwa zwei Monate“, sagt der 76-Jährige.

Ein Großprojekt wie Schloss Merode braucht mehr Zeit. Fünf Monate hat der Aachener gebraucht. „Das Sammeln der Informationen und das Anfertigen einer ersten Zeichnung bedeuten schon recht viel Arbeit“, sagt Meixner. Die Unterlagen besorgt sich der Aachener aus Archiven oder von Privatpersonen. Oder er nutzt die Möglichkeit, Gebäude zu fotografieren, bevor sie abgerissen werden. Wie beispielsweise die Kirche in Immerath.

Begonnen hat die Modellbau-Leidenschaft im Schulalter. Vor gut 20 Jahren nahm er sich vor, die Dresdener Frauenkirche nachzubauen. Bei einem Verlag fand er den Bausatz. Viele weitere folgten. „Den Mainzer Dom hatten sie aber nicht im Programm. Dann habe ich mir gesagt: Das mache ich jetzt selbst“, erklärt er, wie auf die Idee gekommen war, den Weg der vorgefertigten Modellbausätze zu verlassen und eigene Recherchen anzustellen.

Derzeit baut Christoph Meixner die evangelische Kirche aus Otzenrath. „Ich habe noch etwa zehn Projekte auf meiner Liste“, sagt er. Viel Arbeit also für die nächsten zwei Jahre. Die Ausstellung in Inden ist öffentlich, sie kann zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

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