Jülich: Chopins Werk und Leben in der Jülicher Schlosskapelle

Jülich: Chopins Werk und Leben in der Jülicher Schlosskapelle

Frédéric Chopin, der große polnische Komponist, sein Lebensschicksal und sein musikalisches Werk standen im Mittelpunkt des Abends in der Jülicher Schlosskapelle. Viele Zuhörer zeigten Interesse an der Kombination aus Musik und Wort, die in vollendeter Harmonie von Lutz Görner und der Pianistin Elena Nesterenko geboten wurde.

Anhand der Biographie, die Franz Liszt als Weggefährte von Chopin mit viel persönlicher Kenntnis, Bewunderung und Liebe zu seinem Freund verfasste, zeichnete Lutz Görner in seiner Lesung ein Bild des Komponisten, dessen Ausspruch „Das Klavier ist mein zweites Ich” schon auf seine Sonderstellung unter den Komponisten seiner Zeit hinweist. Der Romantiker Chopin, der den Gesang liebte, schrieb für das Tasteninstrument, mit dem er sich völlig identifizierte.

Er lebte von seinem 21. Lebensjahr an in Paris, der Heimat seines Vaters, verlor aber nie die emotionale Bindung an seine polnische Heimat.

Lutz Görner zeichnete in seiner Lesung das Bild des zarten, kränklichen Menschen Chopin, dessen scheue und zurückhaltende Psyche, seine feminine Physiognomie, seine Detailfreudigkeit in Kleidung und Auftreten ihn zum Liebling vor allem der weiblichen Salongesellschaft machten.

Seine einzige erotische Beziehung zu einer Frau, George Sand, die von 1836 bis 1847 andauerte, war seine fruchtbarste schöpferische Periode. Einfühlsam beschreibt der Biograph Liszt die körperlichen und seelischen Leiden des schwerkranken Menschen. Lutz Görner verleiht ihm dabei Stimme und einfühlsam Ausdruck.

Passend zu den Stationen und Stimmungslagen des Lebens von Frédéric Chopin machte die Pianistin Elena Nesterenko mit seinem kompositorischen Werk vertraut. Dramatische Effekte, von Leidenschaft und Fantasie inspiriert, klangliche Visionen weiten das klassische Muster der Form zu seiner eigenen charakteristischen Gestalt in ihrer pianistischen Formulierung und Vollendung.

Vom Geist westeuropäischer Musik geprägt, ist die slawische Nuance seiner Musik spürbar, aber nicht dominant. Mit kantablem Anschlag und großer musikalischer Ausdruckskraft erfreute Elena Nesterenko die Zuhörer mit meist bekannten Sätzen aus Préludes, Nocturnes und anderen Werken, die biographisch und die Stimmung charakterisierend den Texten angepasst waren.

Den beiden Künstlern gelang es, mit konzertanten Elementen und vorgetragener Biographie, das Leben und Werk des großen Komponisten Frédéric Chopin darzustellen und den begeisterten Zuhörern emotional und lebendig nahe zu bringen. Die Magie des Wortes, der lebendige Vortrag und die Klänge der meisterhaft vorgetragenen Musikwerke verzauberten das Publikum in der Schlosskapelle.