Jülich: „cantoAmore“ gibt beeindruckendes Benefizkonzert in Jülich

Jülich: „cantoAmore“ gibt beeindruckendes Benefizkonzert in Jülich

Es ist keine leichte Arbeit, die die „Hospizbewegung Düren-Jülich“ tagtäglich und vielfach auf ehrenamtlicher Basis leistet. Dass es am „Tag des Hospizes“ beim Benefizkonzert zugunsten der hiesigen Hospizbewegung nicht nur nachdenklich und besinnlich, sondern auch lebensfroh zuging, dürfte nur den verwundern, der nicht akzeptieren will oder kann, dass das Sterben ein Teil des Lebens ist und die Begleitung der Menschen in dieser Phase nicht vordergründig als Trauerarbeit, sondern als Lebenshilfe zu begreifen ist.

Und diesem Gedanken entsprach das Konzert in der recht gut besuchten Schlosskapelle in vollen Zügen. Das Repertoire des Aachener Kammerchors „cantoAmore“ deckt alle Bereiche der Chormusik ab und damit alle Stimmungslagen. Dass der Dürener Palliativmediziner Dr. Bernhard Franzen den Chor nicht nur organisatorisch betreut und mitsingt, sondern durch seine berufliche Tätigkeit eng mit dem Hospizgedanken vertraut ist, führte zu einer ebenso einfühlsamen wie abwechslungsreichen Programmfolge.

Mit ruhigen und stimmungsvollen Gesängen richtete der von Tanja Raich vorzüglich einstudierte Chor im ersten Programmblock den Blick auf den Hospizgedanken, ergänzt durch eindrucksvolle, friedliche Bilder, die viel von der Kraft der Nächstenliebe vermitteln, durch die das Sterben seinen Schrecken verlieren kann. In ständig wechselnden Positionen und Aufstellungen beeindruckte der stabil intonierende und rhythmisch außerordentlich präzise agierende Chor mit Songs von Simon & Garfunkel (Bridge over troubled water) bis hin zu Gabriellas bewegendem Song aus dem Film „Wie im Himmel“.

Den zweiten Teil bestimmten überwiegend temperamentvolle, teilweise übermütige Songs aus dem aktuellen Repertoire des Chors, ohne den thematischen Kontext ganz aufzugeben. So in Gesängen wie „My Immortals“ oder Silbermonds „Himmel auf“. Dabei überzeugte der Chor auch mit solistischen Beiträgen und einem von starkem innerem Engagement getragenen Körpereinsatz einschließlich dynamischer Body-Percussion-Einlagen. Den begeisterten Beifall des Publikums und die Dankesworte der 2. Vorsitzenden der Hospizbewegung, Gerda Graf, belohnte der Chor mit einer modernen Vertonung von Goethes „Erlkönig“.

Mehr von Aachener Zeitung