Jülich: Campus Jülich der FH: Möglichkeit, Ausbildung und Studium zu kombinieren

Jülich : Campus Jülich der FH: Möglichkeit, Ausbildung und Studium zu kombinieren

Die FH Aachen ist nicht nur eine Hochschule, an der junge Menschen ihr Studium absolvieren können. Die Hochschule bietet jungen Menschen in ihren Labors, Werkstätten und Büros auch verschiedene Möglichkeiten, eine Ausbildung zu machen. In vielen Fällen lässt sich beides sogar zu einem dualen Studium verbinden. Das erklärt die FH anhand des Beispiels von Henri Werth.

Henri Werth ist einer von zwei MATSE (Mathematisch-Technische Softwareentwickler)-Auszubildenden am Campus Jülich der FH Aachen — er selbst ist im zweiten, sein Kollege im ersten Ausbildungsjahr. Parallel zu ihrer Ausbildung studieren die beiden Scientific Programming.

Dabei werden angewandte Mathematik und Informatik kombiniert. Nach drei Jahren erwerben die Studierenden einen doppelten Abschluss. Den Bachelorstudiengang bietet der Jülicher Fachbereich Medizintechnik und Technomathematik an.

Studium in Köln

Während die Ausbildung zum MATSE am Jülicher Campus stattfindet, absolvieren Henri Werth und sein Kollege ihr Studium in Köln. Dort eröffnete die Hochschule 2010 im Technologiepark Müngersdorf einen neuen Ausbildungs- und Studienstandort, exklusiv für diesen dualen Studiengang. Warum zieht es die FH Aachen nach Köln? „Wir haben in Köln und Umgebung ein großes Potenzial für den dualen Studiengang Scientific Programming erkannt.

Derzeit beteiligen sich in Köln etwa 25 Unternehmen als Ausbildungspartner am Studiengang, weitere sind interessiert“, erklärt der Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Christof Schelthoff. Auch Werth bewertet den Kölner Studienort positiv: „Da die Gruppen mit 23 Teilnehmern klein sind, ist die Betreuung persönlich und intensiv. Die Dozenten nehmen sich viel Zeit, Fragen zu beantworten und uns zu helfen.“ Da mache ihm auch das Pendeln zum Studienort nichts aus, sagt der Jülicher.

Im Rahmen seiner Ausbildung hat Henri Werth bereits an mehreren Forschungsprojekten mitgearbeitet. Zurzeit ist er Teil eines Projekts zum Thema „Indoor-Navigation“, das von Prof. Dr. Bodo Kraft betreut wird. „Wir wollen dort anpacken und ein Navigationssystem entwickeln, wo GPS zu ungenau ist oder gänzlich versagt, etwa in Gebäuden oder abgeschirmten Bereichen. Ich bin als Auszubildender voll in das Team und das Projekt eingebunden, lerne immer wieder neue Technologien und Ansätze kennen. Und ich werde darin bestärkt, ebenfalls zu neuen Erkenntnissen beitragen, was sehr motivierend ist“, sagt er.

Henri Werth fühlt sich wohl am Campus Jülich, und das nicht nur, weil er nur fünf Gehminuten entfernt im Haus seiner Eltern lebt. „Anders als in einem Betrieb steht an der Hochschule die Forschung im Vordergrund, und man kann als Auszubildender eine Menge Erfahrungen in verschiedenen Anwendungsbereichen sammeln“, sagt er.

Für ihn ein weiterer Pluspunkt: Die Zusammenarbeit mit den Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern. „Sie sind es gewohnt, Wissen zu vermitteln — und sie sind auch gerne bereit dazu“, so Henri Werth. Da es ihm so gut gefällt, möchte er nach seinem Bachelorschluss ein Masterstudium anhängen.

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